27 April 2026, 22:12

Pflegekosten der Eltern: Wann Kinder plötzlich zahlen müssen

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In Deutschland können erwachsene Kinder unerwartete Rechnungen erhalten, wenn ihre Eltern auf Pflege angewiesen sind. Seit 2020 gibt es ein Gesetz, das sie unter bestimmten Bedingungen finanziell in die Pflicht nimmt. Die Regelungen sollen familiäre Unterstützung mit rechtlichem Schutz für Eltern und Erben in Einklang bringen.

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Zunächst werden die eigenen Mittel der pflegebedürftigen Person herangezogen. Renten und staatliche Pflegeleistungen decken die ersten Kosten. Erst wenn diese Mittel – zuzüglich eines geschützten Freibetrags von 10.000 Euro – aufgebraucht sind, wenden sich die Behörden an Angehörige.

Kinder müssen nur dann zahlen, wenn ihr jährliches Bruttoeinkommen 100.000 Euro übersteigt. Diese Grenze stellt sicher, dass die meisten Berufstätigen nicht betroffen sind. Wer jedoch mehr verdient, kann mit Forderungen für ausstehende Pflegekosten konfrontiert werden.

Manche Eltern versuchen, ihr Vermögen zu schützen, indem sie es frühzeitig auf ihre Kinder übertragen. Doch der Staat kann solche Schenkungen rückgängig machen, wenn sie innerhalb von zehn Jahren vor dem Pflegebedarf erfolgt sind. Eine gängige Umgehungsstrategie ist das vorbehaltene Nießbrauchrecht: Eltern können weiterhin in der Immobilie wohnen oder Mieteinnahmen behalten, selbst nach der Übertragung des Eigentums.

Das Angehörigen-Entlastungsgesetz von 2020 setzt klare Grenzen, wann Kinder für die Pflege ihrer Eltern aufkommen müssen. Zwar können Gutverdiener in Anspruch genommen werden, doch die meisten Familien sind durch Einkommensgrenzen und Vermögensregeln geschützt. Rechtliche Schlupflöcher gibt es zwar, doch strenge Fristen und Schutzmechanismen verhindern eine einfache Ausnutzung des Systems.

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