Mediengruppe Bayern übernimmt Oberfranken – Kartellamt muss zustimmen
Anto LehmannMediengruppe Bayern übernimmt Oberfranken – Kartellamt muss zustimmen
Im deutschen Regionalzeitungsmarkt steht eine weitere große Konsolidierung bevor. Die Mediengruppe Bayern (MGB) hat Pläne bekannt gegeben, die Mediengruppe Oberfranken (MGO) zu übernehmen. Die am Dienstagabend verkündete Transaktion ist der jüngste Schritt in einer Reihe von Fusionen, die die Besitzverhältnisse im lokalen Mediensektor neu ordnen.
Sollte die Übernahme genehmigt werden, würde sich die Reichweite der MGB auf rund 350.000 täglich verbreitete Exemplare ausweiten. Die im Besitz von Simone Tucci-Diekmann und ihrer Familie stehende MGB bezeichnete den Schritt als einen "außerordentlich wichtigen Meilenstein". Ziel des Unternehmens ist es, die volle Kontrolle über die Fachzeitschriften-Sparte und die Druckereibetriebe der MGO zu erlangen. Allerdings muss der Deal noch vom Bundeskartellamt freigegeben werden, bevor er vollzogen werden kann.
Die MGO gibt mehrere regionale Titel heraus, darunter die Fränkische Tag, die Bayerische Rundschau, das Coburger Tageblatt und die Saale-Zeitung, sowie die Online-Plattform infranken.de. Die Ankündigung erfolgte direkt durch die MGB, die betonte, sie handele "im eigenen Interesse".
Allein in diesem Jahr hat es bereits zwei bedeutende Fusionen im Regionalpressebereich gegeben: Zuvor hatte die Neue Pressegesellschaft Ulm die Medienholding Süd übernommen, während die Madsack-Gruppe die Nordwest Mediengruppe integrierte. Die geplante Übernahme würde die Konzentration der Medienbesitzverhältnisse in Bayern weiter vorantreiben. Die regulatorische Zustimmung bleibt der nächste entscheidende Schritt, bevor der Deal abgeschlossen werden kann. Bei Erfolg würde das Portfolio der MGB deutlich wachsen und die Titel der MGO zu ihren bestehenden Medienbeteiligungen hinzufügen.






