18 March 2026, 00:19

ZF entwickelt eigenen Chip, um US-Abhängigkeit in der Automobilbranche zu reduzieren

Nahaufnahme eines AMD-Computerchips aus 2019 mit dem Text "AMD 2019" darauf.

ZF entwickelt eigenen Chip, um US-Abhängigkeit in der Automobilbranche zu reduzieren

ZF, einer der größten Automobilzulieferer Europas, entwickelt eigenen Prozessor, um Abhängigkeit von teuren US-Chips zu verringern. Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der Hochtechnologie-Komponenten von Unternehmen wie Nvidia den Markt für fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme und autonome Fahrfunktionen dominieren. Der neue Chip wurde diese Woche auf der Embedded World in Nürnberg präsentiert.

Die Automobilbranche vollzieht einen Wandel – weg vom Verbrennungsmotor, hin zu Hochleistungscomputern als Kern moderner Fahrzeuge. Doch die meisten Chips, die für Antriebsstränge, Fahrerassistenz und autonomes Fahren benötigt werden, stammen nach wie vor aus Asien oder den USA. Europa, einschließlich Deutschland, hat Mühe, in dieser Schlüsseltechnologie mitzuhalten.

Der neue Chip-Demonstrator von ZF, in Deutschland entwickelt und in Dresden gefertigt, soll hier Abhilfe schaffen. Er sammelt Daten von Sensoren, verarbeitet sie vor und leitet nur die essenziellen Informationen an den Hauptrechner weiter. Dadurch wird die Belastung teurer, energieintensiver Prozessoren reduziert – was die Kosten für Fahrzeuge mit hochwertigen Assistenzfunktionen senken könnte.

Mit einer Massenproduktion rechnet das Unternehmen jedoch erst in vier bis fünfeinhalb Jahren. Dennoch dient das Projekt als strategische Demonstration europäischer Kompetenz im Chipdesign. ZF betont, dass eine vollständige Unabhängigkeit von US-Lieferanten unrealistisch sei, da die Branche tief in globale Wertschöpfungsketten eingebunden ist. Vielmehr gehe es darum, Abhängigkeiten zu verringern, ohne die Zusammenarbeit mit bestehenden Partnern aufzugeben.

Durch die Kontrolle über zentrale Teile der Systemarchitektur will ZF mehr Flexibilität gewinnen. Der Chip könnte erschwinglichere Fahrzeuge mit hochentwickelten Assistenz- und Autonomie-Funktionen ermöglichen – ohne US-Hersteller komplett vom Markt zu verdrängen.

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ZFs Prozessor markiert einen Schritt in Richtung größerer europäischer Autonomie bei Automobil-Chips. Auch wenn die Serienfertigung noch Jahre auf sich warten lässt, unterstreicht der Demonstrator das Potenzial der Region, sich in einem Feld zu behaupten, das lange von ausländischen Anbietern dominiert wurde. Langfristig könnte dies zu kostengünstigeren Lösungen für die nächste Generation von Fahrzeugen führen.

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