Wie Nurejew vom Balletttraum zur verbotenen Kunst wurde
Das Ballett Nurejew erzählt die dramatische Lebensgeschichte Rudolf Nurejews – von seiner Ausbildung in Leningrad bis zu seiner Flucht nach Frankreich. Die Uraufführung fand 1995 am Berliner Staatsballett statt, 2017 folgte die Premiere in Moskau, bevor das Werk 2023 in Russland verboten wurde.
Die Produktion zeichnet Nurejews Weg nach, beginnend an der Waganowa-Ballettakademie in Leningrad bis zu seinem Tod an Aids 1993 in Paris. Zwei Jahre später wurde sein Nachlass versteigert – das Ende einer Ära für einen der größten Ballettstars aller Zeiten.
Die ursprüngliche Inszenierung von 2017 am Moskauer Bolschoi-Theater wurde von Kirill Serebrennikow geleitet, der der Premiere jedoch nicht beiwohnen konnte. Monate zuvor war er unter dem Vorwurf der Veruntreuung verhaftet und später verurteilt worden. Der in der Ukraine geborene, aber weiterhin in Russland tätige Choreograf Juri Possochow prägte die energiegeladenen, symbolträchtigen Bewegungen des Balletts.
Mit Objekten, die Nurejews Leben repräsentieren, feiert die Produktion Kunst, Liebe und Freiheit. Doch die Rezeption in Russland änderte sich radikal: 2023 wurde das Stück verboten – offiziell mit Verweis auf die Darstellung "nicht traditioneller sexueller Beziehungen".
Nurejew bleibt ein kraftvolles Denkmal für einen legendären Tänzer. Das Verbot in Russland unterstreicht die wachsende Spannung zwischen künstlerischer Freiheit und politischer Kontrolle. International wird das Werk weiterhin aufgeführt und bewahrt so Nurejews Erbe über Grenzen hinweg.






