26 April 2026, 02:13

Wie lokale Genossenschaften die AfD in Deutschland bremsen können

Plakat mit Bäumen und Himmel im Hintergrund, das den Text "Investieren in Gemeinden: Größte Investition in ländliche Elektrizität seit dem New Deal" zeigt.

Wie lokale Genossenschaften die AfD in Deutschland bremsen können

In westlichen Demokratien gewinnt die etablierungskritische Politik an Fahrt – mit starker Unterstützung für Figuren wie Trump, den Brexit oder Marine Le Pen. In Deutschland hat die rechtspopulistische AfD durch die Nutzung der öffentlichen Unzufriedenheit mit der traditionellen Politik Zulauf erhalten. Doch einige Gemeinden setzen dem etwas entgegen – nicht mit Protesten, sondern durch lokale Zusammenarbeit.

Der Forscher Martin Patzelt, konservativer Christdemokrat, hat einen zentralen Grund für den wachsenden Unmut gegen das Establishment ausgemacht: den Verlust direkter menschlicher Kontakte. Viele Wähler fühlen sich isoliert, abgetrennt von ihren Nachbarn und lokalen Entscheidungsprozessen. Diese Einsamkeit schürt den Groll gegen die etablierte Politik.

Deutschland und die Niederlande verfügen seit langem über starke bürgergetragene Genossenschaften, insbesondere im Bereich erneuerbarer Energien. Über 1.000 deutsche Energiegenossenschaften betreiben heute Windkraftanlagen oder Biogasanlagen und geben den Bürgern so direkte Kontrolle über lokale Ressourcen. Doch diese Initiativen leisten mehr als nur Stromerzeugung – sie stärken den Gemeinschaftssinn.

Wenn Menschen an gemeinsamen Zielen arbeiten, gewinnen sie das Gefühl zurück, selbst etwas bewirken zu können. Energiegenossenschaften ermöglichen es etwa Städten, eigene Prioritäten zu setzen und die Abhängigkeit von fernen Regierungen zu verringern. Dieses praktische Mitgestalten kann die Anziehungskraft etablierungskritischer Parteien schwächen, indem es zeigt, dass Wandel möglich ist, ohne das System zu sprengen.

Patzelt selbst bewies dies bei den Wahlen im September. In einem Wahlkreis, in dem die AfD mit einer starken Kandidatin antrat, setzte er sich durch – nicht mit polarisierender Rhetorik, sondern mit Fokus auf lokale Teilhabe. Sein Sieg deutet darauf hin: Wenn sich Gemeinden gehört fühlen, verlieren extremistische Alternativen an Zugkraft.

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Das Wachstum bürgerlicher Genossenschaften bietet eine praktische Gegenstrategie zur etablierungskritischen Politik. Indem sie Menschen in konkreten Projekten zusammenbringen, verringern diese Bewegungen Isolation und stellen das Vertrauen in gemeinsames Handeln wieder her. Während Parteien wie die AfD Frust ausnutzen, zeigt die lokale Zusammenarbeit einen anderen Weg – einen, auf dem die Politik mit den Bürgern arbeitet und nicht gegen sie.

Quelle