SKF testet ultraleichte Solarmodule für schwache Fabrikdächer in Schweinfurt
Anto LehmannSKF testet ultraleichte Solarmodule für schwache Fabrikdächer in Schweinfurt
SKF, ein schwedischer Industriehersteller mit Sitz in Schweinfurt, hat ein Pilotprojekt abgeschlossen, bei dem leichte Solarmodule auf dem Dach einer seiner Fabriken installiert wurden. Der Konzern, bekannt für die Produktion von Wälzlagern und Komponenten für Windkraftanlagen, brachte 670 Module an, die zusammen 274 Kilowatt Strom erzeugen können. Dies folgt auf eine Investition von 4,3 Millionen Euro in Photovoltaik-Dachsysteme vor drei Jahren.
Die neuen Solarmodule, geliefert vom niederländischen Unternehmen Sunoyster Systems, unterscheiden sich deutlich von herkömmlichen Panelen. Viele Dächer der SKF-Werke waren nicht stabil genug, um klassische Aufdachanlagen zu tragen. Die leichten Varianten wiegen dagegen nur vier Kilogramm pro Quadratmeter und kommen ohne Aluminiumrahmen aus.
Die Module verfügen über eine vordere Schicht aus Einscheibensicherheitsglas, die ihnen Steifigkeit verleiht und ein Durchhängen auf flachen Flächen verhindert. Die Glasoberfläche stößt zudem Schmutz ab, was den Wartungsaufwand verringert. Jedes Panel wird direkt auf das Dach geklebt – ein flexibles Verfahren, das an die jeweiligen Standortanforderungen angepasst wird. Die Klebeverbindung hält einer Belastung von 30 Kilogramm pro Quadratzentimeter stand, was einer Haltekraft von zehn Tonnen pro Modul entspricht.
Obwohl das Schweinfurter Projekt für SKF ein Novum darstellt, könnte das Unternehmen die Technologie auf andere Standorte ausweiten. Die Erfahrungen aus diesem Pilotvorhaben könnten dazu führen, dass weitere Dächer und Fassaden der SKF-Werke weltweit mit den leichten Modulen ausgestattet werden. Bisher liegen jedoch keine Details vor, wie viele zusätzliche Standorte die Technologie übernehmen oder nach welchen Kriterien ihre Eignung bewertet würde.
Die Anlage in Schweinfurt erhöht die Solarkapazität von SKF um 274 Kilowatt. Sollte sich das Leichtbaukonzept bewähren, könnten mehr Fabriken Photovoltaikanlagen ohne strukturelle Verstärkungen installieren. Das Unternehmen hat zwar noch keine weiteren Ausrollungen bestätigt, zeigt sich aber offen für eine Erweiterung des Projekts.






