23 March 2026, 10:14

Schweineschlachtbetrieb in Landshut schließt – Branche kämpft mit dramatischen Folgen

Gruppe von Menschen, die Schweinefleisch an Tischen in Cincinnati, Ohio, verpacken, mit verstreuten Gegenständen und Text unten.

Schweineschlachtbetrieb in Landshut schließt – Branche kämpft mit dramatischen Folgen

Eines der größten und modernsten Schweineschlachtbetriebe Bayerns wird nach einer Abstimmung des Erzeugergemeinschaft Südbayern (EG Südbayern) geschlossen. Die Entscheidung folgt auf einen drastischen Nachfragerückgang nach Schweinefleisch und Überkapazitäten an anderen Standorten. Landwirte und Branchenvertreter kämpfen nun mit den Folgen.

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Der Schlachthof in Landshut, der jährlich rund 1,2 Millionen Schweine verarbeitet, wird bis zum Frühjahr seine Tore schließen. Die EG Südbayern verlagert ihre Aktivitäten nach Vilshofen, wo derzeit Modernisierungen laufen, um die zusätzliche Arbeitslast aufzunehmen. Den Mitarbeitern in Landshut wird angeboten, nach Vilshofen zu wechseln.

Interessenten für eine Übernahme gibt es bereits: Attenberger und Brand prüfen Berichten zufolge ein gemeinsames Angebot, möglicherweise zusammen mit Ponnath. Dr. Wilhelm Uffelmann, Vorstandsvorsitzender von Westfleisch, schloss jedoch Investitionen in Landshut aus und konzentriert sich stattdessen auf die bestehenden Standorte von Vion in Süddeutschland.

Die Schließung löst bei regionalen Landwirten Besorgnis aus. Bis zu 200 Schweinemastbetriebe in Niederbayern könnten langfristig betroffen sein, da sich die regionale Schlachtkapazität um 20 bis 30 Prozent verringert. Zwar gibt es Alternativen in Straubing, Regensburg und Passau, doch diese können die Kapazitäten von Landshut nicht vollständig ausgleichen. Erweiterungsmöglichkeiten bleiben bis Anfang 2026 begrenzt.

Als Reaktion hat der Bayerische Bauernverband (BBV) eine Krisensitzung einberufen, um die Auswirkungen zu bewerten. Zudem fordert der Verband einen Unterstützungsfonds, um die Wertschöpfungskette Schwein zu stabilisieren. Experten warnen, dass ohne Gegenmaßnahmen die Schließung die regionale Schweinehaltung schwer treffen könnte.

Der Schlachthof Landshut bleibt vorerst bis mindestens Frühjahr in Betrieb, um Landwirten und Beschäftigten eine Anpassungsphase zu ermöglichen. Angesichts der Kapazitätsengpässe und fehlender Sofortlösungen steht die Schweinebranche in der Region jedoch vor einer unsicheren Zukunft. Der vom BBV vorgeschlagene Fonds und das mögliche Käuferinteresse könnten zwar Entlastung bringen – die langfristigen Folgen für die lokale Landwirtschaft bleiben aber ungewiss.

Quelle