RAW-Gelände in Berlin: Räumungsdrohung gegen Cassiopeia spitzt Konflikt zu
Jonas SeifertRAW-Gelände in Berlin: Räumungsdrohung gegen Cassiopeia spitzt Konflikt zu
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes steht auf dem Spiel, während sich der Konflikt zwischen dem Eigentümer, der Kurth Group, dem Senat und dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zuspitzt. Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, wie viele Wohnungen gebaut werden sollen und wie viele der historischen Hallen erhalten bleiben müssen. Mieter, darunter der Club Cassiopeia, droht bereits ab nächster Woche die Räumung.
Das RAW-Gelände blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Ursprünglich als Wartungsdepot für Reichsbahn-Züge genutzt, entwickelte es sich nach dem Fall der Berliner Mauer zu einem kulturellen Zentrum. Heute beherbergt es Konzertlocations, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Lagerflächen und saisonale Märkte.
Im Januar beantragte die Kurth Group eine beschleunigte Baugenehmigung, um mit dem Wohnungsbau zu beginnen. Mitte Mai lehnte sie einen vom Senat und dem Bezirk vorgeschlagenen Rahmenvertrag ab. Die Uneinigkeit lässt die kulturellen Räumlichkeiten des Geländes in der Schwebe.
Erst kürzlich versammelten sich Demonstranten vor den Büros der Kurth Group. Unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“ protestierten sie gegen die Räumungsanordnungen. Einige Mieter wurden bereits aufgefordert, Teile des Geländes zu verlassen.
Der Konflikt bleibt ungelöst. Der Club Cassiopeia und andere Mieter könnten innerhalb weniger Tage zwangsgeräumt werden. Die Entscheidung wird darüber bestimmen, ob das RAW-Gelände seine kulturelle Identität bewahrt – oder einer umfassenden Umgestaltung zum Opfer fällt.
