15 March 2026, 06:14

Polizei Schwaben startet Initiative gegen Antisemitismus mit Ausstellung und Kursen

Eine Gruppe von Polizisten steht vor einer Menge von Demonstranten in Berlin, Deutschland, mit Barrikaden, Zelten und Fahnen im Vordergrund und Gebäuden im Hintergrund unter einem klaren Himmel.

Polizei Schwaben startet Initiative gegen Antisemitismus mit Ausstellung und Kursen

Das Polizeipräsidium Schwaben Nord hat eine neue Initiative mit dem Titel "Polizei gegen Antisemitismus" ins Leben gerufen. Das Programm umfasst eine Wanderausstellung, Vorträge sowie Selbstbehauptungskurse für die jüdische Gemeinschaft. Den Abschluss bildet im Oktober 2026 ein Benefizkonzert des Bayerischen Polizeiorchesters.

Den Auftakt machte am 12. März 2026 die Eröffnung der Wanderausstellung "Antisemitismus in Bayern – Judenhass heute". Polizeipräsident Martin Wilhelm leitete die Veranstaltung, an der prominente Gäste teilnahmen, darunter Dr. Ludwig Spaenle, Barbara Schretter, Sigrid Atzmon und Tobias Eisch.

Im Rahmen der Initiative werden Mitgliedern der jüdischen Gemeinschaft Selbstbehauptungskurse angeboten. Diese werden in Kooperation mit der Anti-Hasskriminalitäts-Einheit des BLKA und der Kriminalinspektion E3 organisiert. Zudem findet an der Israelitischen Kultusgemeinde Schwaben-Augsburg (IKG) ein Vortrag zum Thema "Sicherheitswahrnehmung und Antisemitismus" statt.

Ebenso geplant sind interaktive "World Cafés", in denen die Polizeiführung mit Antisemitismus-Beauftragten des Bayerischen Landeskriminalamts (BLKA) über das Thema diskutiert. Ein weiterer Schwerpunkt der Initiative sind Fortbildungsworkshops für Beamte und ziviles Personal.

Bereits 2024 hatte das Polizeipräsidium Schwaben Nord Veranstaltungsreihen zu den Themen "Polizei in der NS-Zeit" und "Jüdisches Leben in Augsburg" eingeführt. Eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Drei Gewalten gegen Antisemitismus" wird später mit Andreas Franck, dem Leitenden Oberstaatsanwalt und Antisemitismus-Beauftragten der Justiz, stattfinden.

Die Initiative läuft das gesamte Jahr 2026 und gipfelt am 25. Oktober in einem Benefizkonzert zugunsten der Augsburger Synagoge. Die Wanderausstellung und die begleitenden Veranstaltungen konzentrieren sich auf Augsburg; über ähnliche Projekte in anderen bayerischen Städten gibt es bisher keine bestätigten Meldungen. Die Polizei betont, dass Aufklärung, Dialog und praktische Unterstützung im Mittelpunkt ihrer Bemühungen stehen.

Quelle