17 March 2026, 10:12

Oberasbachs Finanzkrise: Zwei Politiker, zwei gegensätzliche Lösungswege

Plakat bewirbt Bergbahn, Deutschland, als Elektrostadt mit Bildern von Gebäuden, Bäumen, Hügeln und beschreibendem Text.

Oberasbachs Finanzkrise: Zwei Politiker, zwei gegensätzliche Lösungswege

Oberasbach steht trotz jüngster Haushaltsverbesserungen vor finanziellen Herausforderungen. Zwei lokale Politiker, Marco Haas (CSU) und Thomas Diebenbusch (Grüne/Freie Wähler), haben unterschiedliche Strategien vorgeschlagen, um die wirtschaftliche Zukunft der Stadt zu sichern. Beide sind sich zwar über die Notwendigkeit struktureller Reformen einig, unterscheiden sich jedoch in ihren Ansätzen zu Ausgaben, Investitionen und Einnahmengenerierung.

In den vergangenen fünf Jahren (2021–2025) hat sich die Finanzlage Oberasbachs teilweise erholt. 2025 entstand ein Haushaltsüberschuss von rund 2,5 Millionen Euro, angetrieben durch steigende Gewerbesteuereinnahmen – insbesondere aus Gewerbegebieten – sowie durch externe Fördermittel. Gleichzeitig belasteten jedoch große Ausgabenposten wie ein 15-Millionen-Euro-Schulbauprojekt und erhöhte Sozialausgaben während der Pandemie die städtischen Finanzen.

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Marco Haas setzt auf eine Umstrukturierung der Stadtfinanzen durch einen verbindlichen Haushaltskonsolidierungsplan. Seine Strategie umfasst klare Meilensteine, um den Haushalt Oberasbachs schrittweise zu stabilisieren und gleichzeitig Mittel für notwendige Zukunftsinvestitionen freizusetzen. Zudem will er die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen stärken und die weitere Digitalisierung der Verwaltung vorantreiben, um langfristig Kosten zu senken. Bei Infrastruktur- und Tiefbauprojekten befürwortet Haas einen strategischeren Ansatz, der sicherstellt, dass Investitionen sowohl praxisnah als auch finanziell tragfähig bleiben. Darüber hinaus sieht er Potenzial darin, städtische Grundstücke über die kommunale Wohnungsbaugesellschaft (WBG) zu nutzen, um Einnahmen zu generieren, ohne die Kontrolle über die Stadtentwicklung aus der Hand zu geben.

Thomas Diebenbusch hingegen kritisiert, was er als unrealistische Finanzkonzepte bezeichnet – etwa den Verkauf aller städtischen Grundstücke an die Wohnungsbaugenossenschaft. Stattdessen pocht er auf eine strikte Einhaltung des Konsolidierungsplans, um Oberasbachs finanzielle Handlungsfähigkeit wiederherzustellen. Sein Fokus liegt auf der Optimierung des Rathausbetriebs durch Digitalisierung und Effizienzsteigerungen, um die Einnahmen aus florierenden Unternehmen zu steigern, ohne die Steuern zu erhöhen. Diebenbusch betont zudem die Notwendigkeit eines professionellen Projektmanagements durch Generalunternehmer, um Kostenexplosionen bei Bauvorhaben zu vermeiden. Fördergelder, so seine Argumentation, müssten zielgerichteter eingesetzt werden, um zukünftige finanzielle Belastungen zu vermeiden.

Beide Politiker erkennen die Dringlichkeit, die Finanzen Oberasbachs zu stabilisieren, schlagen jedoch unterschiedliche Wege ein. Während Haas auf strategische Flächennutzung, kommunale Partnerschaften und kontrollierte Investitionen setzt, legt Diebenbusch den Schwerpunkt auf strikte Haushaltsdisziplin, digitale Effizienz und eine professionelle Steuerung von Projekten. Die nächsten Schritte der Stadt werden zeigen, wie sich diese Pläne in langfristige finanzielle Stabilität umsetzen lassen.

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