25 June 2026, 14:11

NGOs fordern 2,8 Milliarden Euro mehr für humanitäre Hilfe und Krisenprävention

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

NGOs fordern 2,8 Milliarden Euro mehr für humanitäre Hilfe und Krisenprävention

Eine Gruppe von Nichtregierungsorganisationen hat die deutsche Bundesregierung aufgefordert, die Mittel für humanitäre Hilfe deutlich aufzustocken. Im nächsten Bundeshaushalt soll das Budget ihrer Forderung zufolge von einer Milliarde auf 2,8 Milliarden Euro steigen – mit einem stärkeren Fokus auf Krisenprävention. Der Appell erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Entwicklungspolitik durch globale Konflikte und den Klimawandel unter zunehmenden Druck gerät.

Mathias Mogge von der Welthungerhilfe und Joshua Hofert von Terre des Hommes wiesen auf die wachsenden Belastungen für die Entwicklungszusammenarbeit hin. Als zentrale Herausforderungen nannten sie eskalierende Krisen, Kriege und die Folgen des Klimawandels.

Die Organisationen kritisierten die Reformpläne von Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan als strategielos. Sie forderten eine stärkere Einbindung der Zivilgesellschaft bei der Gestaltung künftiger Politiken. Seit 2022 hat die Bundesregierung das Budget für Entwicklungszusammenarbeit bereits um ein Drittel gekürzt – weitere Kürzungen sind bis 2027 zu erwarten.

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Mogge betonte, dass Hilfe künftig Qualität vor Quantität stellen müsse: mit weniger Bürokratie und mehr Handlungsspielraum für zivilgesellschaftliche Akteure. Hofert ergänzte, dass Reformen nicht allein aus Berlin gesteuert werden dürften, sondern von Anfang an Partnerländer, lokale Organisationen und junge Menschen einbeziehen müssten. Die NGOs warnten zudem davor, Entwicklungshilfe an politische Ziele zu knüpfen. Sie müsse neutral bleiben, sich an Bedürfnissen orientieren und unabhängig von Sicherheits- oder Migrationsinteressen sein.

Die Organisationen schlagen eine deutliche Mittelaufstockung vor, um den wachsenden globalen Krisen zu begegnen. Gefordert wird ein inklusiverer und transparenterer Ansatz in der Entwicklungszusammenarbeit. Ihre Warnungen unterstreichen, wie dringend es Hilfe braucht, die wirksam ist und frei von politischer Einflussnahme.

Quelle