Liliums Traum vom Flugtaxi endet mit Insolvenz und 1.000 Entlassungen
Kuno GeislerLiliums Traum vom Flugtaxi endet mit Insolvenz und 1.000 Entlassungen
Lilium, ein Pionier der Flugtaxi-Branche, meldete im Oktober 2024 Insolvenz an. Das Unternehmen hatte fast ein Jahrzehnt lang an der Entwicklung elektrischer Senkrechtstarter, den sogenannten eVTOLs, gearbeitet. Seine ehrgeizige Vision eines praxistauglichen Lufttaxi-Netzwerks blieb letztlich unerfüllt.
Gegründet mit dem Ziel, den städtischen Verkehr zu revolutionieren, hatte Lilium im Laufe der Jahre Investitionen in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro eingeworben. Doch bis Ende 2024 verbrannte das Unternehmen monatlich zwischen 20 und 30 Millionen Euro, nur um den Betrieb aufrechtzuerhalten. In der verzweifelten Suche nach liquiden Mitteln beantragte Lilium ein Darlehen über 100 Millionen Euro bei der staatlichen Förderbank KfW – doch der Haushaltsausschuss des Bundestags lehnte die Freigabe ab.
Der Zusammenbruch hatte rasche und drastische Folgen. Im Dezember 2024 entließ das Unternehmen rund 200 Mitarbeiter. Nur wenige Tage vor Weihnachten stellte Lilium den Betrieb vollständig ein und ließ etwa 1.000 Menschen ohne Arbeit zurück. Heute stehen die Firmenzentrale und die Produktionshallen in Gauting bei München leer – wenn auch noch gefüllt mit Ausrüstung, Prüfständen, 3D-Druckern und Fräsmaschinen.
Das Aus markierte das Ende von Liliums zehnjährigem Streben nach einem Lufttaxi-Service. Die verlassenen Anlagen und die ungenutzten Maschinen erinnern an die Herausforderungen, futuristische Verkehrskonzepte in die Realität umzusetzen. Das Scheitern des Unternehmens hinterließ zudem erhebliche finanzielle und arbeitsmarktpolitische Spuren.
