29 March 2026, 20:13

Kongress in Regensburg zeigt Wege zu mehr Jobchancen für Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund

Plakattext lautet "Flüchtlinge können Gebührenbefreiung für über 1.000 Coursera-Kurse erhalten und schließen sich lokalen Studierenden in geführten Diskussionen an" mit mehreren Menschen, einige halten Taschen, was darauf hindeutet, dass sie Flüchtlinge sind.

Kongress in Regensburg zeigt Wege zu mehr Jobchancen für Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund

Kongress in Regensburg: Wie Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund bessere Jobchancen erhalten

Ein kürzlich in Regensburg abgehaltener Kongress brachte 80 Teilnehmende zusammen, um sich einer drängenden Frage zu widmen: Wie lassen sich die Berufschancen für Menschen mit Behinderung und Migrations- oder Fluchtgeschichte verbessern? Die unter dem Titel "Arbeit – aber wie?" stehende Veranstaltung konzentrierte sich auf praktische Lösungen, Erfolgsgeschichten und Wege, um bürokratische Hürden abzubauen.

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Die zweitägige Tagung fand im Diözesanzentrum Obermünster statt und wurde von Holger Kiesel, dem Behindertenbeauftragten des Freistaats Bayern, gemeinsam mit Staatsrätin Tanja Schweiger, dem Landtagsabgeordneten Karl Straub und Bernadette Dechant eröffnet. Ihre Reden gaben den Ton an für Diskussionen über Bürokratieabbau, frühzeitige Förderung und Peer-Beratung.

Eine der zentralen Rednerinnen war Zoya Dimitrova, eine blinde Frau aus Bulgarien. Sie berichtete, wie es ihr gelang, ohne Zugang zu Integrationskursen eine Stelle bei der Bundesagentur für Arbeit zu erhalten. Ihre Geschichte verdeutlichte, wie Entschlossenheit und die richtige Unterstützung zum Erfolg führen können.

Der Kongress beleuchtete auch übergeordnete Herausforderungen: Allein in der Oberpfalz leben rund 35.160 Menschen mit Behinderung, darunter 400 Kinder und Jugendliche unter 25 Jahren. Gleichzeitig besitzen fast 23.800 Einwohnerinnen und Einwohner keinen deutschen Pass – wie viele von ihnen eine Behinderung haben, lässt sich jedoch nicht erfassen. Bundesweit sind etwa 3,7 Millionen Menschen mit Behinderung beschäftigt; Integrationsprogramme unterstützen jährlich 200.000 bis 250.000 Personen. Doch genaue Daten zu geflüchteten und migrierten Menschen mit Behinderung im Arbeitsmarkt fehlen nach wie vor.

Die Teilnehmenden waren sich einig: Gesellschaftliche Offenheit, klare politische Rahmenbedingungen und praktische Hilfestellungen sind entscheidend. Die Veranstaltung präsentierte positive Beispiele, betonte praxisnahe Qualifizierungen und forderte eine bessere Sichtbarkeit von Erfolgsgeschichten, um weitere Fortschritte zu inspirieren.

Der Kongress endete mit einer klaren Botschaft: Inklusion auf dem Arbeitsmarkt ist unter den richtigen Voraussetzungen machbar. Zu den Empfehlungen gehörten die Vereinfachung administrativer Abläufe, der Ausbau von Peer-Beratung sowie die Stärkung der Vernetzung zwischen Behörden, Arbeitgebern und Zivilgesellschaft. Die Organisatorinnen und Organisatoren hoffen, dass diese Schritte in den kommenden Jahren mehr Chancen für Menschen mit Behinderung und Migrations- oder Fluchtgeschichte schaffen werden.

Quelle