Kohleenergie verursacht hohe versteckte Kosten für Gesundheit und Umwelt
Jonas SeifertKohleenergie verursacht hohe versteckte Kosten für Gesundheit und Umwelt
Neuer Bericht deckt die verborgenen Kosten der Kohleenergie auf
Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) schlägt vor, den Strompreis aus Kohlekraftwerken um 0,12 Euro pro Kilowattstunde zu erhöhen, um die wahren Folgen dieser Energieform abzubilden. Der Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Studien die schweren gesundheitlichen und finanziellen Belastungen durch Kohleemissionen weltweit aufzeigen.
Kohlekraftwerke verursachen erhebliche Schäden für die menschliche Gesundheit. In Indien führen die Emissionen dieser Anlagen jährlich zu über 100.000 vorzeitigen Todesfällen. In der kanadischen Provinz Alberta sterben schätzungsweise 35.000 Menschen pro Jahr an den Folgen der Kohleverbrennung. In den USA belasten die gesundheitlichen Auswirkungen von Kohle das Gesundheitssystem mit jährlichen Kosten von 345 Milliarden Dollar.
Kritiker erneuerbarer Energien verweisen oft auf deren Auswirkungen auf die Tierwelt. Gegner von Windkraftanlagen behaupten, diese töten jährlich Zehntausende Vögel. Tatsächlich wird jedoch geschätzt, dass jede Turbine im Schnitt nur wenige Vögel pro Jahr tötet. Studien des Energieexperten Craig Morris zeigen, dass die Zahl der menschlichen Todesopfer durch Kohle die Vogelverluste durch Windkraft bei Weitem übersteigt. Zudem gibt es kaum Daten zu Vogelsterben, das durch Emissionen von Kohlekraftwerken verursacht wird.
Erneuerbare Energien bieten weitere Vorteile: Windräder beanspruchen nur minimal Fläche – die Fundamente benötigen etwa 30 Quadratmeter – und lassen sich zurückbauen sowie recyceln. Auch bodennah installierte Solaranlagen ermöglichen eine parallele Nutzung der Flächen, etwa für die Viehweide.
Der Bericht unterstreicht die Notwendigkeit, die externen Kosten der Kohle in die Preise einzurechnen. Eine Anpassung würde die tatsächlichen Folgen für Gesundheit und Umwelt widerspiegeln. Erneuerbare Energien hingegen zeigen geringere Auswirkungen auf die Tierwelt und lassen sich besser mit anderen Flächennutzungen vereinen.
