Jan van Aken tritt als Linken-Chef zurück – sein Erbe bleibt
Jan van Aken tritt nach einer Amtszeit, die von mutigen Schritten und einem deutlichen Anstieg der Unterstützerzahlen geprägt war, als Vorsitzender der Linken zurück. Sein Rückzug erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Delegierten sich auf die Wahl eines Nachfolgers vorbereiten – dabei gilt Luigi Pantisano als klarer Favorit für das Amt. Unter van Akens Führung verbesserten sich die Umfragewerte der Partei deutlich: von einst 2–3 Prozent kletterten sie auf 8,8 Prozent.
Van Aken übernahm die Partei in einer Phase geringer Beliebtheit. Doch schon bald führte sein Kurs zu einem deutlichen Zustimmungszuwachs, der in einem starken Abschneiden bei der Bundestagswahl im Februar 2025 gipfelte. Über 700.000 Wähler – viele von ihnen enttäuscht von den Grünen – wechselten ihre politische Heimat und stimmten für die Linke.
Als Spitzenkandidat sprach er besonders ältere Wähler an und schärfte das außenpolitische Profil der Partei. Sein Wirken verschaffte der Linken mehr Gewicht in der nationalen Debatte. Im Mai 2026 sorgte er für Schlagzeilen, als er drohte, auf dem Dach des Wohnungsriesen Vonovia zu protestieren, sollten die Mieteranliegen nicht ernst genommen werden.
Bei seiner letzten Pressekonferenz im Berliner Karl-Liebknecht-Haus präsentierte van Aken eine schwarze Kiste – eine theatralische Geste zum Abschied. Später gestand er Journalisten schmunzelnd, die Partei habe sie „zwei Jahre lang an der Nase herumgeführt“. Trotz des augenzwinkernden Eingeständnisses lobte er seine Kollegin Ines Schwerdtner für ihre „absolut herausragende Arbeit“ während ihrer gemeinsamen Zeit.
Nun blickt die Linke auf ihren Parteitag in Potsdam, wo ein neuer Vorsitzender gewählt wird. Van Akens Einfluss auf die Partei ist unbestritten – sein Erbe, das nur wenige erreichen, umfasst Wachstum, Sichtbarkeit und einen erneuerten politischen Auftrag. Seine Führung gab der Linken neuen Schwung.






