Stadträtin im Oberallgäu tritt nach Rückzug aus der Partei aus - Indra Baier-Müller verlässt Freie Wähler nach Jahren der Konflikte
Indra Baier-Müller, Landrätin des Landkreises Oberallgäu, hat die Freien Wähler (FW) verlassen. Als Grund für ihren Austritt nannte sie tiefe Meinungsverschiedenheiten über die politische Strategie und Ausrichtung der Partei. Der Schritt erfolgt, nachdem sie bereits angekündigt hatte, nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren zu wollen.
Erstmals Schlagzeilen machte Baier-Müller 2020, als sie überraschend das Amt der Landrätin gewann. Sie besiegte dabei Alfons Hörmann, den damaligen Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und CSU-Kandidaten, und entzog der CSU damit die Kontrolle über den Landkreis zugunsten der Freien Wähler.
Im vergangenen Jahr hatte sie bekannt gegeben, nicht erneut anzutreten, und ebnete so den Weg für einen neuen Wahlkampf. Mit ihrem Parteiaustritt verlieren die Freien Wähler nun ihre bekannteste lokale Galionsfigur. Die Stichwahl läuft bereits: Der FW-Kandidat Christian Wilhelm führt derzeit mit 40,8 % der Stimmen vor dem CSU-Bewerber Thomas Eigstler, der auf 33,3 % kommt. Die Wahlbeteiligung in der ersten Runde lag in Sonthofen bei 66,6 %.
Ihre Amtszeit war von Kontroversen geprägt. Konflikte mit Umweltschutzgruppen entzündeten sich insbesondere am Skandal um das Rappenalptal, während ihre Vorschläge – etwa bewaffnete Bärenstreifen oder die Regulierung von Biberbeständen – auf Kritik stießen. Diese Auseinandersetzungen trugen zu ihrer zunehmenden Entfremdung von der Mehrheitsmeinung der Partei bei.
Mit Baier-Müllers Rückzug verlieren die Freien Wähler eine zentrale Führungspersönlichkeit im Oberallgäu. Die Stichwahl wird nun zeigen, ob die Partei die Kontrolle über den Landkreis behalten kann. Ihr Abschied folgt auf Jahre politischer Konflikte und die Entscheidung, sich aus dem öffentlichen Amt zurückzuziehen.