13 March 2026, 14:15

Igor Levit ehrt Schostakowitsch in Wien – zwischen Musik und politischem Widerstand

Ein altes Buch mit dem Titel "Waltz Piano-Forte, Composition for Beethoven" liegt aufgeschlagen da, wobei eine Seite mit schwarzem Text zu sehen ist.

Igor Levit ehrt Schostakowitsch in Wien – zwischen Musik und politischem Widerstand

Der Pianist Igor Levit gibt vom 17. bis 22. Oktober im Wiener Musikverein eine Konzertreihe zu Ehren Schostakowitschs. Bekannt für seine musikalische Brillanz und sein Engagement, zählt er seit über einem Jahrzehnt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der klassischen Musik. Seine bevorstehenden Auftritte fallen in eine Zeit, in der sein Einsatz gegen Antisemitismus dringender wirkt denn je.

Levit wurde 1987 in Nischni Nowgorod geboren und zog mit acht Jahren nach Deutschland. Später studierte er an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und schloss mit der besten Note in der Geschichte der Institution ab. 2018 erhielt er den renommierten Gilmore Artist Award, und nur ein Jahr später kehrte er als Professor an seine Alma Mater zurück.

Sein aktivistisches Wirken fand breite Anerkennung: 2020 ehrten ihn das Internationale Auschwitz-Komitee und die deutsche Bundesregierung mit dem Verdienstorden für sein Engagement für die Menschenrechte. Offener als viele spricht Levit über die Schmerzen des wieder erstarkten Antisemitismus – etwa nach der Eröffnung der Münchner Synagoge an der Reichenbachstraße, die ihn mit Dankbarkeit und Trauer erfüllte. Besonders berührend findet er heute die düstere Tiefe in Ravels Kaddisch, einem jüdischen Trauergebet.

Trotz regelmäßiger antisemitischer Anfeindungen prangert er die Feigheit derer an, die schweigen. Seine Konzerte, wie die anstehende Schostakowitsch-Reihe, spiegeln oft seinen Glauben an Musik als Kraft der Reflexion und des Widerstands wider.

Die Wiener Auftritte Levits unterstreichen seine Doppelfunktion als Weltklasse-Pianist und überzeugter Aktivist. Die Schostakowitsch-Reihe kommt zu einer Zeit, in der seine Warnungen vor Antisemitismus immer drängender werden. Seine Karriere und sein Engagement bleiben untrennbar verbunden – und festigen seinen Platz in Musik und öffentlicher Debatte.

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