Gundremmingen: Mit einer Sprengung fallen die letzten Symbole der Atomkraft
Anto LehmannGundremmingen: Mit einer Sprengung fallen die letzten Symbole der Atomkraft
Zwei gewaltige Kühltürme des Kernkraftwerks Gundremmingen in Deutschland wurden am Dienstag durch eine kontrollierte Sprengung abgerissen. Die Detonation markierte einen entscheidenden Moment im Rückbau des Geländes, der nach der endgültigen Abschaltung der Anlage Ende 2021 begonnen hatte. Der Energiekonzern RWE leitete die Aktion im Rahmen des deutschen Atomausstiegs.
Das Kraftwerk verfügte ursprünglich über drei Reaktoren: einen kleineren Block mit 250 Megawatt Leistung sowie zwei größere mit einer kombinierten Kapazität von 1.344 Megawatt. Die beiden letzteren, baugleich mit den Reaktoren im japanischen Fukushima Daiichi, gingen 1984 und 1985 in Betrieb. Sie wurden schrittweise stillgelegt – der zweite Ende 2017, der dritte 2021.
Bei der Sprengung wurden 56.000 Tonnen Stahlbeton der 160 Meter hohen Türme zerstört. Der Großteil des Schutts soll zu Schotter und Baumaterialien recycelt werden. In den vergangenen Jahren hatten Arbeiter bereits rund 4.700 Tonnen Bauschutt vom Gelände entfernt.
Der vollständige Rückbau der Anlage läuft nun an und soll bis in die 2030er-Jahre abgeschlossen sein. Mit dem Abriss verschwinden die weithin sichtbaren Wahrzeichen der ehemaligen Atomanlage. Deutschlands Atomausstieg schreitet wie geplant voran – die Stilllegung und Beseitigung von Gundremmingen stellt dabei einen wichtigen Meilenstein dar. In den kommenden Jahren werden alle verbleibenden Materialien und Reaktoren demontiert.






