13 March 2026, 14:12

Gericht kippt YouTubes Praxis bei Kennzeichnung gesponserter Videos

Ein Mann im Anzug und Krawatte spricht vor einer Wand in ein Mikrofon, wahrscheinlich in Reaktion auf Nachrichten über ein Regierungsgesetz zur Abschaffung des Internets.

Gericht: YouTube-Werbung muss klar als Werbung gekennzeichnet werden - Gericht kippt YouTubes Praxis bei Kennzeichnung gesponserter Videos

Ein deutsches Gericht hat entschieden, dass die aktuelle Praxis von YouTube zur Kennzeichnung gesponserter Videos gegen EU-Recht verstößt. Die Richtersprüche richten sich gegen einen Finanzinfluencer, der eine Handelsplattform bewarb, ohne den Sponsor deutlich zu benennen. Laut Urteil genügen die bisherigen Hinweise der Plattform nicht den Transparenzvorgaben.

Das Landgericht Bamberg stellte fest, dass YouTubes Methode zur Markierung bezahlter Inhalte gegen den Digital Services Act (DSA) der EU verstößt. Im Mittelpunkt stand ein Video, in dem ein Finanzinfluencer eine Trading-App anpries, den Sponsor jedoch nicht explizit im Video selbst nannte. Stattdessen waren die Angaben zur Kooperation lediglich in der Beschreibung unter dem Video zu finden.

Ein zehnsekündiger Hinweis zu Beginn oder am Ende des Videos wurde als unzureichend bewertet. Das Gericht bestand darauf, dass Sponsoring deutlich sichtbar und direkt im Videocontent benannt werden muss. Die Entscheidung betont, dass Zuschauer nicht nach Sponsoreninformationen außerhalb der eigentlichen Darstellung suchen dürfen.

Das Urteil bezieht sich nicht auf frühere Fälle, in denen YouTube ähnliche Vorwürfe in anderen europäischen Ländern behandelte. Stattdessen konzentriert es sich auf die aktuellen rechtlichen Anforderungen des DSA, der strengere Transparenzregeln für bezahlte Werbung vorsieht.

Das Urteil bedeutet, dass YouTube künftig sicherstellen muss, dass gesponserte Videos klarer und auffälliger gekennzeichnet werden. Influencer und Werbetreibende müssen ihre Praxis der Partnerschaftsoffenlegung in zukünftigen Inhalten anpassen. Bei Nichteinhaltung drohen weitere rechtliche Konsequenzen nach EU-Vorschriften.

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