30 June 2026, 06:10

Fürther Jugendrat fordert Hilfe statt Strafe für armutsbetroffene Jugendliche

"Help instead of Punishment": Fürther Youth Council presents motion in committee

Fürther Jugendrat fordert Hilfe statt Strafe für armutsbetroffene Jugendliche

Der Fürther Jugendrat hat neue Vorschläge vorgelegt, um Gewalt und armutsbedingte Kriminalität zu bekämpfen. Sein Antrag „Hilfe statt Strafe – Gemeinsam gegen Gewalt“ wird auf einer Sitzung am 1. Juli beraten. Die Initiative fordert eine Neuausrichtung im Umgang der Behörden mit schutzbedürftigen Personen und Opfern von Misshandlung.

Ursprünglich hatte sich der Rat dafür eingesetzt, dass der Verkehrsverbund infra Fälle von Schwarzfahren nicht mehr an die Polizei meldet. Nach Verhandlungen einigte man sich darauf, Menschen in prekären finanziellen Verhältnissen nicht mehr strafrechtlich zu verfolgen, wenn sie ohne Ticket im Öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind. Dieser Schritt spiegelt das übergeordnete Ziel des Jugendrats wider, die Ursachen von Kriminalität im Zusammenhang mit wirtschaftlicher Not anzugehen.

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Alexander Bohn, Vorsitzender des Jugendrats, betonte die Bedeutung von Beratungsangeboten im Kampf gegen Armut. Seine Stellvertreterin Julia Dierauf ergänzte, dass junge Straftäter, die aus wirtschaftlicher Not handeln, gezielte Unterstützung statt Bestrafung benötigen. Zudem setzt sich der Rat dafür ein, die Jugendhilfe frühzeitig in Strafverfahren einzubinden, um Betroffenen Hilfe zukommen zu lassen.

Um gefährdete Jugendliche besser zu erreichen, schlägt die Initiative eine Ausweitung der aufsuchenden Streetwork und mobiler Jugenddienste vor. Darüber hinaus wies Clemens Trompke, Mitglied des Vorstands, auf das wachsende Problem von Gewalt hin – insbesondere sexualisierte und geschlechtsspezifische Übergriffe. Als Reaktion fordert der Jugendrat eine zentrale Meldestelle, um Opfer effektiver zu unterstützen.

Der Antrag wird am 1. Juli offiziell beraten. Bei einer Annahme könnten die Maßnahmen den Umgang der lokalen Behörden mit armutsbedingten Straftaten und Gewalt grundlegend verändern. Die Vorschläge des Jugendrats zielen darauf ab, Menschen in Not praktische Hilfe statt Strafe zu bieten.

Quelle