Eichstätter Bischof Hanke tritt nach Millionenverlust durch US-Immobilienskandal zurück
Jonas Seifert"Skandal in der Diözese" - Ehemaliger Bischof spricht vor Gericht - Eichstätter Bischof Hanke tritt nach Millionenverlust durch US-Immobilienskandal zurück
Bischof Gregor Maria Hanke ist nach mehr als 18 Jahren an der Spitze des Bistums Eichstätt zurückgetreten. Sein Rückzug folgt auf einen Finanzskandal, der mit hochriskanten Immobilieninvestitionen in den USA zusammenhängt. Die Affäre hat das Bistum in eine tiefe Krise gestürzt – Millionen Euro sind verloren, und gegen zentrale Verantwortliche wurden inzwischen Strafanzeigen erstattet.
Im Mittelpunkt des Skandals stehen 24,5 Millionen Euro, die zwischen 2019 und 2023 in Immobilien in Florida flossen, verwaltet über Fonds der Signatory 6 LLC. Diese spekulativen Geschäfte in Höhe von insgesamt 60 Millionen Dollar verstießen gegen die eigenen Finanzrichtlinien des Bistums. Prüfer und eine Kanzlei deckten später gravierende "blinde Flecken" in der Aufsicht auf – mit dem Ergebnis, dass das Geld vermutlich unwiederbringlich verloren ist.
Bischof Hanke räumte ein, erst nachträglich von den problematischen Investitionen erfahren zu haben. Die finanzielle Kontrolle im Bistum bezeichnete er als "zu lasch", zudem kritisierte er den Vermögensverwaltungsrat als überbesetzt mit internen Mitgliedern. Zwar hatte er Finanzentscheidungen an andere Stellen delegiert, doch gestand er Versäumnisse in der Aufsicht ein.
Die Folgen des Skandals sind nun auch strafrechtlich relevant: Gegen einen Immobilienentwickler wird wegen Untreue und Bestechlichkeit ermittelt. Der ehemalige stellvertretende Finanzdirektor des Bistums muss sich ebenfalls wegen Untreue und Vorteilsannahme verantworten.
Hankes Rücktritt beendet eine lange Amtszeit, die von einem Skandal überschattet wird, der tiefe Mängel in der finanziellen Kontrolle offenlegte. Während die juristischen Verfahren laufen, steht das Bistum nun vor der Aufgabe, die verlorenen Gelder zu verarbeiten und das Vertrauen in seine Führung wiederherzustellen. Der Fall hat bereits Forderungen nach strengeren Kontrollmechanismen in der Kirchenfinanzierung ausgelöst.






