Digitales Grenzkontrollsystem EES startet im Schengen-Raum mit biometrischer Erfassung
Anto LehmannDigitales Grenzkontrollsystem EES startet im Schengen-Raum mit biometrischer Erfassung
Neues digitales Grenzkontrollsystem im Schengen-Raum gestartet
Ein neues digitales Grenzsystem ist im gesamten Schengen-Raum in Betrieb genommen worden, um Reisende effizienter zu erfassen. Das Einreise-/Ausreisesystem (EES) ging am 7. November 2024 an den Start und ersetzt manuelle Passstempel durch biometrische Kontrollen. Behörden zufolge soll die Umstellung die Sicherheit erhöhen, ohne den Reiseverkehr innerhalb der Zone zu beeinträchtigen.
Das EES zeichnet Ein- und Ausreisen von Nicht-EU-Bürgern in Echtzeit auf – mithilfe von Gesichtsbildern, Fingerabdrücken und Passdaten. Diese Informationen werden in einer zentralen EU-Datenbank gespeichert und mit den Grenzkontrollsystemen der Mitgliedstaaten verknüpft. Ziel ist es, Identitätsbetrug zu erschweren und Besucher zu identifizieren, die ihre erlaubte Aufenthaltsdauer überschreiten.
An den Flughäfen Nürnberg und Memmingen, die jährlich über drei Millionen Grenzübertritte in den und aus dem Schengen-Raum abwickeln, ist das System nun voll einsatzbereit. Allein in Nürnberg wurden 2025 mit 4,5 Millionen Passagieren Rekordzahlen verzeichnet – effiziente Kontrollen sind daher besonders wichtig.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erläuterte, dass das EES mit verschärften Landgrenzenkontrollen einhergehe. Gleichzeitig ermögliche es eine präzisere Überwachung von Flugreisenden. Das System soll die offenen Binnengrenzen sichern, indem es die Außengrenzen besser schützt.
Mit dem EES vollzieht sich der Wechsel von papierbasierten Kontrollen zu einer automatisierten biometrischen Erfassung. Es gilt für alle Drittstaatsangehörige, die in die Schengen-Zone einreisen, mit Ausnahme von Inhabern von Aufenthaltstiteln. Die Behörden erwarten, dass das System sowohl die Sicherheit als auch den reibungslosen Reiseverkehr für legitime Besucher verbessert.