Deutschland sucht verzweifelt nach einem Atommüll-Endlager für eine Million Jahre
Jonas SeifertDeutschland sucht verzweifelt nach einem Atommüll-Endlager für eine Million Jahre
Deutschland sucht nach einem dauerhaften unterirdischen Standort, um seinen atomaren Abfall bis zu einer Million Jahre sicher zu lagern. Derzeit setzt das Land auf 16 Zwischenlager, doch diese bieten keine langfristige Lösung. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) leitet die Suche nach einem tiefengeologischen Endlager mit den passenden geologischen Bedingungen.
Die BGE hat den möglichen Suchraum bereits auf etwa 25 Prozent der deutschen Landesfläche eingegrenzt. Im Herbst 2020 identifizierte sie Teilgebiete mit günstigen geologischen Eigenschaften für eine sichere Lagerung. Eine weitere engere Auswahl potenzieller Standorte soll im Herbst 2026 veröffentlicht werden.
Die meisten Zwischenlager werden von der Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) betrieben. In diesen Anlagen lagern über 130.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktiver Abfall. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) überwacht und reguliert die Lager, während die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) Risiken bewertet und Sicherheitsprognosen erstellt.
Bisher fehlt Deutschland jedoch ein funktionierendes Endlager für hochradioaktive Abfälle. Bis 2080 rechnet das Land mit zusätzlichen 10.500 Metriertonnen abgebrannter Brennelemente – das unterstreicht die Dringlichkeit einer dauerhaften Lösung.
Die Suche nach einem tiefengeologischen Endlager muss höchste Sicherheitsstandards erfüllen. Da Zwischenlager nur eine Übergangslösung darstellen, bleibt die Arbeit der BGE von zentraler Bedeutung. Die endgültige Entscheidung wird die deutsche Atommüllpolitik für Generationen prägen.






