13 March 2026, 18:13

Bayerns Beamte müssen sechs Monate länger auf Gehaltserhöhungen warten

Eine Gruppe von Menschen auf dem Dach eines Gebäudes stehend, eine Fahne haltend, mit einem Baum links und Glasfenstern im Hintergrund, wahrscheinlich protestierend im Support der deutschen Regierung.

Bayerns Beamte müssen sechs Monate länger auf Gehaltserhöhungen warten

Beamte in Bayern müssen sechs Monate länger auf Gehaltserhöhungen warten – die Entscheidung der Landesregierung stößt bei Gewerkschaften und Beschäftigten auf scharfe Kritik. Die ursprünglich für April 2026 geplanten Anpassungen sollen nun erst im Oktober desselben Jahres in Kraft treten. Damit bricht der Freistaat mit der bisherigen Praxis, die Besoldung der Beamten zeitgleich mit den Tariferhöhungen für Angestellte im öffentlichen Dienst anzugleichen.

Das am 14. Februar 2026 geschlossene Tarifabkommen für den öffentlichen Dienst sieht vor, die Gehälter ab dem 1. April 2026 um 2,8 Prozent (mindestens jedoch 100 Euro) zu erhöhen, gefolgt von weiteren Steigerungen um 2 Prozent im März 2027 und 1 Prozent im Januar 2028. Die meisten Bundesländer – darunter Baden-Württemberg – sowie der Bund werden diese Anpassungen für ihre Beamten fristgerecht umsetzen. Bayern hingegen verschiebt die erste Erhöhung auf den 1. Oktober 2026.

Der Bayerische Beamtenbund (BBB) übt heftige Kritik an dem Vorhaben und wirft der Staatsregierung vor, eine jahrzehntelange Tradition zu brechen. Besonders brisant: Die Verschiebung wurde bekanntgegeben, noch bevor die Tarifverhandlungen überhaupt begonnen hatten. Eine Online-Petition gegen die Pläne hat bereits über 20.000 Unterschriften gesammelt.

Zusätzlich zur Verzögerung plant die Landesregierung, die Mindestanhebung von 100 Euro bei der Umsetzungs der Erhöhungen auszuklammern. Der zweijährige Haushaltsplan sieht vor, beide geplanten Gehaltsrunden in diesem Zeitraum zu stunden. Trotz des Widerstands betonen Verantwortliche, an den künftigen Erhöhungen festzuhalten – allerdings stets mit einer sechsmonatigen Verzögerung.

Die Verschiebung bedeutet, dass bayerische Beamte und Pensionäre ihre erste Gehaltsanpassung ein halbes Jahr später erhalten als Kollegen in anderen Ländern. Da die letzte Anpassung bereits im Februar 2026 erfolgte, verlängert sich die Wartezeit zusätzlich. Die Entscheidung der Regierung trifft auf breite Ablehnung, doch an den Haushalts- und Planungsvorgaben wird vorerst festgehalten.

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