Bayerischer Cannabis-Anbauverein darf erste Ernte nicht verteilen – trotz Genehmigung
Anto LehmannBayerischer Cannabis-Anbauverein darf erste Ernte nicht verteilen – trotz Genehmigung
Cannabis-Anbauverein in Bayern darf erste Ernte nicht an Mitglieder verteilen
Ein Cannabis-Anbauverein in Bayern ist kurz vor der geplanten Ausgabe seiner ersten Ernte an die Mitglieder gestoppt worden. Der Buds Collective e.V. in Grafenwöhr sah sich nur wenige Tage vor der für den 29. November vorgesehenen Verteilung mit rechtlichen Hindernissen konfrontiert. Obwohl es sich um den ersten genehmigten Verein in der Oberpfalz handelt, kämpft er seit Anfang 2024 mit Lizenzproblemen.
Der Verein hatte für Samstag die Ausgabe der Ernte organisiert und dabei nach eigenen Angaben alle rechtlichen Schritte befolgt. Doch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) griff ein und erklärte den Verteilungsort für unzulässig. Den Verantwortlichen drohen nun Bußgelder von bis zu 30.000 Euro.
Der Buds Collective hatte seinen Anbau bereits nach Sachsen verlegt, um den strengeren bayerischen Vorschriften auszuweichen. Doch selbst mit dieser Anpassung konnte der Verein seine Pläne nicht umsetzen. Ein weiterer bayerischer Anbauverein, Franken Cannabis, musste ebenfalls schließen, nachdem er seine erste Charge ohne die erforderlichen Baugenehmigungen ausgegeben hatte.
Seit der teilweisen Legalisierung von Cannabis in Deutschland hält Bayern an einer harten Linie fest. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) setzt auf die möglichst strikte Umsetzung der Regeln. Während bundesweit bereits über 300 Anbauvereine zugelassen wurden, hat in Bayern noch kein einziger Verein Cannabis legal an seine Mitglieder verteilt. Kritiker werfen der Landesregierung vor, dass die restriktive Haltung den Schwarzmarkt nicht eindämme – entgegen offizieller Behauptungen.
Die Rückschläge des Buds Collective zeigen die anhaltenden Schwierigkeiten für Cannabis-Vereine in Bayern. Rechtliche Hürden und bürokratische Verzögerungen blockieren selbst bei lizenzierten Gruppen die Verteilung. Da bisher kein Verein in der Region unbehindert arbeiten kann, bleibt die Zukunft des legalen Cannabis-Zugangs ungewiss.






