Augsburger Forvia-Werk wechselt von Abgassystemen zu Militärfahrzeugen
Anto LehmannAugsburger Forvia-Werk wechselt von Abgassystemen zu Militärfahrzeugen
Der französische Automobilzulieferer Forvia hat sich darauf verständigt, sein Werk in Augsburg an General Dynamics European Land Systems (GDELS) zu verkaufen. Mit dem Deal vollzieht der Standort einen Wandel – von der zivilen zur militärischen Produktion. GDELS plant, daraus das größte deutsche Fertigungswerk für militärische Mobilitätslösungen zu machen.
Bisher stellte das Augsburger Werk im Geschäftsbereich Clean Mobility von Forvia Abgassysteme für Pkw und Nutzfahrzeuge her. Der Verkauf ist Teil der Strategie des Konzerns, seine Kapazitäten und sein Portfolio an die veränderte Marktnachfrage anzupassen. Durch die zunehmende Elektrifizierung von Fahrzeugflotten sinkt der Bedarf an klassischen Antriebskomponenten.
GDELS wird den Standort umwidmen, um die wachsende Nachfrage nach geschützten Militärfahrzeugen zu bedienen. Ausschlaggebend sind dabei aktuelle Aufträge der Bundeswehr für die Fahrzeugfamilien EAGLE und PIRANHA, die über das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) vergeben wurden. Das Unternehmen will die bestehende Expertise des Werks in Fahrzeugtechnik, Schweißarbeiten und Kleinserienfertigung nutzen.
Ein großer Teil der aktuellen Belegschaft bleibt erhalten und erhält eine Umschulung. So soll der Übergang in die neue militärische Ausrichtung bei gleichzeitiger Kontinuität gelingen.
Für Forvia bedeutet der Verkauf eine Straffung der Geschäftsaktivitäten im Einklang mit den Branchenveränderungen. GDELS sichert sich damit einen wichtigen Produktionsstandort, um die Anforderungen der Bundeswehr an Militärfahrzeuge zu decken. Die Zukunft des Werks liegt nun in der Rüstungsproduktion statt in der Automobilzulieferung.






