18 March 2026, 02:13

90-Tage-Regel für Saisonkräfte verlängert – doch Weihnachtsbaumzüchter bleiben leer aus

Ein geschäftiger Weihnachtsmarkt in Dresden, Deutschland, mit einem großen geschmückten Weihnachtsbaum vor einer Kirche, umgeben von vielen Menschen und einem Banner auf der linken Seite unter einem sichtbaren Himmel.

90-Tage-Regel für Saisonkräfte verlängert – doch Weihnachtsbaumzüchter bleiben leer aus

Der Bundestag hat die 90-Tage-Regelung für Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft verlängert, um Obst-, Gemüse- und Winzerbetriebe vor der geplanten Erhöhung des Mindestlohns im nächsten Jahr zu entlasten. Doch Weihnachtsbaumzüchter warnen, dass die Änderung ihre Probleme nicht löst – sie bleiben mit höheren Kosten und rechtlichen Risiken zurück.

Die Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, an dem der Bundesrat kurz vor Weihnachten die Änderungen im Sozialgesetzbuch VI finalisieren will. Dennoch herrscht bei vielen Landwirten weiterhin Unsicherheit.

Die Verlängerung der 90-Tage-Regel sollte den Bauern helfen, die Lohnkosten vor der Mindestlohnerhöhung 2025 zu bewältigen. Sie ermöglicht es, Saisonarbeitskräfte für kurzfristige Verträge ohne volle Sozialabgaben zu beschäftigen. Obst-, Gemüse- und Winzerbetriebe profitieren davon, da ihre Erntezeiten oft in den Zeitraum passen.

Doch Weihnachtsbaumzüchter stehen vor anderen Herausforderungen: Ihre Pflanz- und Erntezyklen erstrecken sich über mehr als 90 Tage, sodass die Regelung für sie nicht gilt. Ohne Entlastung drohen ihnen steigende Produktionskosten, was die Preise für heimische Bäume 2026 und 2027 in die Höhe treiben wird.

Hinzu kommen rechtliche Risiken: Geben Arbeiter falsche Angaben an, müssen Züchter mit nachträglichen Sozialabgabenforderungen, Bußgeldern oder sogar Strafverfahren rechnen. Viele familiengeführte Betriebe könnten sich kaum noch halten – die Abhängigkeit von Importbäumen würde zunehmen.

Die anstehende Abstimmung des Bundesrats über das Sozialgesetzbuch VI soll zwar einige Regelungen präzisieren, doch für die Züchter kommen die Änderungen zu spät. Ohne klare Lösung ist in den kommenden Jahren mit weniger heimischen Bäumen und höheren Preisen zu rechnen.

Die Verlängerung der 90-Tage-Regel bringt zwar für manche Landwirte eine gewisse Entlastung, doch Weihnachtsbaumproduzenten bleiben ohne Unterstützung. Steigende Kosten und rechtliche Unsicherheiten bedrohen die heimische Produktion und könnten die Importe weiter ansteigen lassen.

Verbraucher müssen sich ab 2026 auf weniger regional gezogene Bäume und deutlich höhere Preise einstellen, während sich die Branche an steigende Löhne und strengere Vorschriften anpasst.

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