31 March 2026, 20:13

53 Gigawatt Wasserstoffkraftwerke: Warum Deutschlands Energiewende sonst scheitert

Eine Liniengrafik, die die erneuerbare Stromerzeugung nach Brennstoffart von 2000 bis 2040 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

53 Gigawatt Wasserstoffkraftwerke: Warum Deutschlands Energiewende sonst scheitert

Neue Studie unterstreicht Bedeutung wasserstofffähiger Gaskraftwerke für Deutschlands klimaneutrale Energiezukunft

Eine aktuelle Untersuchung zeigt, wie entscheidend wasserstofftaugliche Gaskraftwerke für Deutschlands Weg zu einem CO₂-freien Energiesystem sind. Die in der Fachzeitschrift Applied Energy 2025 veröffentlichte Studie kommt zu dem Schluss, dass diese flexiblen Anlagen die Kosten senken und den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen beschleunigen könnten. Die bisherigen Pläne der Bundesregierung reichen jedoch nicht aus, um den benötigten Kapazitätsbedarf zu decken.

Laut der Studie benötigt Deutschland bis 2050 mindestens 53 Gigawatt (GW) an wasserstofffähigen Gaskraftwerken. Diese Anlagen könnten zunächst mit Erdgas betrieben werden und später auf Wasserstoff umgestellt werden – eine wichtige Brückentechnologie während der Energiewende. Ohne sie drohen höhere Kosten oder Versorgungsengpässe.

Bereits jetzt ist mindestens ein bestehendes Kraftwerk für die Wasserstoffumstellung vorbereitet: das H₂-ready-Kraftwerk von EnBW in Stuttgart-Münster, das 2025 den Betrieb aufgenommen hat. Zwar sind weitere Projekte mit einer Gesamtleistung von bis zu 12 GW geplant, doch handelt es sich dabei meist um Neubauten statt um Nachrüstungen. Das Regierungsziel von 12 GW bleibt damit deutlich hinter den von der Studie empfohlenen 53 GW zurück.

Die Forscher prognostizieren zudem Mindestkosten von 324 Milliarden Euro für die deutsche Energiewende bis 2050. Ein hoher CO₂-Preis würde fossile Energieträger weiter vom Markt verdrängen und wasserstofffähige Kraftwerke für Investoren attraktiver machen. Solche Anlagen erhöhen die Systemflexibilität und verringern die Abhängigkeit von zusätzlichen Batteriespeichern oder neuen Wind- und Solarparks.

Die Ergebnisse zeigen: Ein massiver Ausbau wasserstofftauglicher Gaskraftwerke ist unverzichtbar für ein stabiles, klimaneutrales Energiesystem. Fehlt es an ausreichender Kapazität, drohen Deutschland höhere Ausgaben oder Risiken für die Versorgungssicherheit. Die Studie fordert die Politik auf, die Ausbauziele an den prognostizierten Bedarf von 53 GW anzupassen.

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