18 March 2026, 18:14

Zwei Legenden der deutschen Kultur sind tot – ein Abschied von Wagner und Hilsberg

Plakat für "Pan: Ein Journal der Satire" mit einer Person in einem weißen Hemd mit kurzen dunklen Haaren und einem ernsten Gesichtsausdruck vor einem weißen Hintergrund mit fetter schwarzer zentrierter Schrift.

Zwei Legenden der deutschen Kultur sind tot – ein Abschied von Wagner und Hilsberg

Zwei prägende Figuren der deutschen Medienlandschaft sind in diesen Tagen verstorben. Franz Josef Wagner, der langjährige Bild-Kolumnist, der als "Bild-Dichter" bekannt wurde, starb im Alter von 82 Jahren. Gleichzeitig verstarb Alfred Hilsberg, eine Schlüsselfigur der Hamburger Underground-Szene, mit 77 Jahren. Beide Männer hinterließen tiefgreifende Spuren in der deutschen Kultur – wenn auch auf völlig unterschiedliche Weise.

Franz Josef Wagner begann seine Karriere 1966 im Axel-Springer-Verlag. Später wurde er Kolumnist bei der Bild-Zeitung, wo seine täglichen Glossen von 2001 bis zu seinem Tod erschienen. Sein Stil vereinte Kitsch, Humor und scharfsinnige Beobachtungen, die mal zum Lachen, mal zur Diskussion reizten. Seine Kolumnen waren für Leser unberechenbar – manchmal nervend, manchmal genial.

Wagner blieb zeit seines Lebens unverschämt konservativ und reaktionär. Als überzeugter Katholik lehnte er die Idee menschlicher Wunder ab und bestand darauf, dass nur Gott solche vollbringen könne. Seine letzte Kolumne, veröffentlicht am 7. September, richtete sich an Carlo Acutis, einen neu heiliggesprochenen Heiligen. Die langjährige Serie "Post von Wagner" wird nun von Harald Martenstein, einem weiteren bekannten Autor, übernommen.

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Alfred Hilsberg hingegen prägte die Hamburger Gegenkultur wie kaum ein anderer. Als Impresario förderte er underground-Kunst und -Musik, lehnte aber Bier und Haschisch als Mittel der Erleuchtung kategorisch ab. Stattdessen empfahl er scherzhaft die Bild-Zeitung – jenes Blatt, für das Wagner schrieb – als "bewusstseinserweiternde Droge".

Trotz ihrer gegensätzlichen Welten wurden beide zu festen Größen im deutschen Kulturbetrieb. Wagners Name steht neben Persönlichkeiten wie James Last und Fips Asmussen im Medienkanon des Landes. Hilsberg hingegen formte eine alternative Szene, die abseits des Mainstreams gedieh.

Mit Wagners Tod endet eine sechs Jahrzehnte umspannende Karriere, die Kriegsberichterstattung, Ghostwriting und vor allem seine legendären Bild-Kolumnen umfasste. Seine Texte, so polarisierend sie auch waren, wurden für Millionen zur täglichen Lektüre. Hilsbergs Einfluss, weniger laut, aber nicht minder prägend, definierte über Generationen hinweg Hamburgs Underground. Ihr Erbe liegt nun in den Händen jener, die ihre Arbeit verfolgt haben – oder ihr widersprachen.

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