07 June 2026, 10:11

Warum Lieferdienst-Mitarbeiter so oft kündigen – und was die Branche ändern muss

Herausforderungen bei der Lebensmittelauslieferung: Hoher Turnover und Leistungsdruck

Warum Lieferdienst-Mitarbeiter so oft kündigen – und was die Branche ändern muss

Lieferdienst-Beschäftigte kündigen häufiger und früher als andere Hilfskräfte

Eine neue Studie zeigt: Mitarbeiter in Online-Lieferdiensten verlassen ihre Jobs deutlich öfter – und früher – als andere Hilfskräfte. Die vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) durchgeführte Untersuchung führt harte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne als Hauptgründe für die hohe Fluktuation in der Branche an.

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Laut Studie kündigten 59 Prozent der Lieferdienstmitarbeiter freiwillig, während es bei anderen Hilfskräften nur 19 Prozent waren. 41 Prozent der Befragten in diesem Sektor nannten unangenehme Arbeitsbedingungen als Hauptgrund für ihren Ausstieg – ein Wert, der deutlich über den 10 bis 20 Prozent in anderen unterstützenden Berufen liegt. Auch niedrige Löhne spielen eine zentrale Rolle: 44 Prozent der Lieferdienstbeschäftigten gaben an, dass das Gehalt ausschlaggebend für ihre Kündigung war.

Hinzu kommt der Leistungsdruck. Echtzeit-Tracking per Smartphone und algorithmenbasierte Kontrollen erzeugen ständigen Stress, der viele zum Aufgeben bewegt. Im Schnitt bleiben Angestellte in Online-Lieferdiensten selten länger als ein Jahr im Job. Auch arbeitgeberseitige Kündigungen sind in dieser Branche häufiger – oft ausgelöst durch krankheitsbedingte Fehlzeiten oder Unzufriedenheit mit der Leistung.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass hohe Anforderungen und lückenlose Überwachung zu häufigen Jobwechseln führen. Im Gegensatz zu anderen Hilfskräften sind Lieferdienstmitarbeiter einer einzigartigen Kombination aus körperlicher Belastung, digitaler Kontrolle und finanzieller Unzufriedenheit ausgesetzt.

Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit besserer Arbeitsbedingungen, um die Zufriedenheit zu steigern und die Fluktuation im Liefersektor zu verringern. Fairere Bezahlung, weniger Leistungsdruck und stabilere Beschäftigungsverhältnisse könnten dazu beitragen, eine verlässlichere Belegschaft aufzubauen. Ohne Veränderungen wird die Branche voraussichtlich weiterhin mit hohen Kündigungsraten und kurzfristigen Arbeitsverhältnissen konfrontiert sein.

Quelle