"TwinKomplex": Ein Spiel, das Realität und Fiktion ununterscheidbar macht
Bert Biggen"TwinKomplex": Ein Spiel, das Realität und Fiktion ununterscheidbar macht
TwinKomplex: Ein Online-Spiel, das Spieler vor die Herausforderung stellt, Fakt von Fiktion zu unterscheiden
Bevor es losgeht, muss jeder Teilnehmer einen psychologischen Test bestehen. Entwickelt wurde das Spiel vom Philosophen Dr. Martin Burckhardt. Seit November 2021 ist TwinKomplex auf Englisch und Deutsch verfügbar.
Die Handlung spielt im Hauptquartier eines Geheimdienstes am Berliner Flughafen Tempelhof. Die Spieler interagieren mit einer Mischung aus Videoclips, Dokumenten und Audiobotschaften, um die Geschichte zu rekonstruieren. Das Erlebnis ist auf drei Monate angelegt und versetzt die Nutzer in eine Welt, in der sie sich wie die Hauptfigur eines Films fühlen.
Ein besonderes Merkmal des Spiels ist die künstliche Intelligenz Hal 9001, die sich als falsches Teammitglied ausgibt. Diese KI verstärkt den Realismus und verwischt die Grenzen zwischen Spiel und Wirklichkeit. Burckhardts Werk verzichtet bewusst auf die Pracht traditioneller Erzählweisen und rückt den Spieler in den Mittelpunkt eines dramatischen Geschehens.
Während der Begriff transmedial bisher oft Visionen von Social-Media-Integration und personalisiertem Fernsehen beschrieb, treibt TwinKomplex das Konzept weiter voran. Anders als frühere interaktive Spiele wie Heavy Rain, die Film und Gameplay verbanden, verlangt dieses Projekt von seinem Publikum eine tiefere psychologische Auseinandersetzung.
Mit seiner Mischung aus Medien und psychologischer Tiefe bietet TwinKomplex ein einzigartiges Erlebnis. Die Struktur des Spiels, inspiriert von Aristoteles’ dramaturgischen Prinzipien, garantiert eine sorgfältig gestaltete Reise für die Spieler. Seit seinem Start gilt es als ehrgeiziges Experiment des interaktiven Erzählens.






