TSV 1860 München startet umstrittene Anti-Rassismus-Kampagne mit 40-Euro-T-Shirt
Bert BiggenTSV 1860 München startet umstrittene Anti-Rassismus-Kampagne mit 40-Euro-T-Shirt
TSV 1860 München bringt Anti-Rassismus-T-Shirt nach Rassismus-Eklat heraus
Nach einem Rassismus-Vorfall während eines Drittligaspiels gegen Energie Cottbus hat der TSV 1860 München ein T-Shirt mit dem Motto "Blau gegen Rassismus" auf den Markt gebracht. Der Verein reagiert damit auf Forderungen von Fans, konkrete Maßnahmen gegen Rassismus zu ergreifen.
Das Design erinnert stark an die frühere Kampagne "Rot gegen Rassismus" des FC Bayern, dessen T-Shirts für 15 Euro verkauft wurden. Die Version des TSV 1860 kostet jedoch 39,90 Euro. Kritiker, darunter die Initiative "Löwenfans gegen Rechts", monieren, dass eine solche Kampagne eher von Verbündeten als von direkt Betroffenen getragen werden sollte. Andere, wie das "Löwenmagazin", werfen dem Verein vor, sich mit der Aktion nur ein "wokes" Image geben zu wollen – ein Vorwurf, der als "Woke-Washing" bezeichnet wird.
Die für das Merchandising zuständige Abteilung des Clubs verteidigte die Initiative und versprach, alle Einnahmen aus dem Verkauf zu spenden. Dass auf den Werbefotos ein schwarzes Model zu sehen ist, löste zusätzliche Diskussionen aus. Der FC Bayern hingegen engagiert sich seit Langem gegen Rassismus: Funktionäre wie Benjamin Folkmann trugen Kampagnen-Shirts etwa bei der Verleihung des DFB-Sonderpreises 2025 im März 2026. Die Vereinsführung betont, dass das Thema ein "Herzensanliegen" sei, an dem sich auch Ehrenamtliche beteiligten und das die Aufarbeitung der jüdischen Vereinsgeschichte einschließe.
Obwohl zwischen den beiden Münchner Clubs auf dem Platz keine Rivalität besteht, pflegen sie abseits des Rasens kaum enge Beziehungen. Der Zeitpunkt der TSV-Kampagne – kurz nach einem viel beachteten Vorfall – wirft Fragen auf, insbesondere im Vergleich zu den langjährigen Antidiskriminierungs-Bemühungen des FC Bayern.
Das T-Shirt erscheint als Reaktion auf den Rassismus-Skandal; der Verein betont, gemeinsam mit den Fans aktiv zu werden. Sämtliche Gewinne sollen anti-rassistischen Projekten zugutekommen. Doch der hohe Preis und die Vermarktungsstrategie stehen in der Kritik. Wie die Kampagne angenommen wird, könnte die künftigen Initiativen des TSV 1860 prägen.






