02 April 2026, 14:12

Thüringer Pilotprojekt kämpft gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen

Plakat mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, das "Rape Ain't Right: Sexual Assault is a Serious Issue" verkündet, eingerahmt von einem schwarzen Rand.

Thüringer Pilotprojekt kämpft gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen

Dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen rückt digitale sexualisierte Gewalt in den Fokus

Ein dreijähriges Modellprojekt in Thüringen hat das Thema digitale sexualisierte Gewalt in den Mittelpunkt gerückt. Die Expertin Yasmina Ramdani leitete Workshops an Schulen und erreichte dabei rund 5.000 Schülerinnen und Schüler. Ziel der Initiative war es, ein wachsendes Problem anzugehen, das fast die Hälfte aller jungen Menschen in Deutschland betrifft.

Cybergrooming als eine Form der digitalen Gewalt Beim sogenannten Cybergrooming – einer Form digitaler sexualisierter Gewalt – nutzen Täter Online-Chats, um gezielt Kinder und Jugendliche anzusprechen. Im Gegensatz zu physischen Räumen bietet die digitale Welt ihnen leichteren Zugang zu potenziellen Opfern. Viele Vorfälle geschehen zudem in Freundeskreisen oder Klassenchats, oft aufgrund von Naivität und mangelnder Medienkompetenz.

Interaktive Aufklärung in Workshops Ramdanis Workshops setzten auf interaktive Methoden wie Bingospiele, um mit den Jugendlichen über ihre Online-Erfahrungen zu sprechen. Sie betont, dass die Sicherheit von Kindern maßgeblich davon abhängt, wie gut Erwachsene sie begleiten. Besonders Eltern müssten ihr eigenes Verhalten reflektieren und klare Grenzen setzen.

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Lehrkräfte fühlen sich oft überfordert Viele Pädagoginnen und Pädagogen fühlen sich jedoch unvorbereitet, um solche Fälle angemessen zu bearbeiten. Sie bräuchten mehr Unterstützung, um digitale Gewalt wirksam zu bekämpfen. Ramdani weist zudem darauf hin, dass Prävention nur gelingen kann, wenn auch Tech-Konzerne und ihre Rolle bei der Ermöglichung von Missbrauch kritisch hinterfragt werden.

Öffentliche Fälle verstärken die Debatte Das Problem hat durch prominente Fälle wie die Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, Christian Ulmen, zusätzliche Aufmerksamkeit erhalten. Solche Vorfälle zeigen, wie ernst digitale Gewalt mittlerweile genommen wird. Dennoch gibt es trotz des Erfolgs des Pilotprojekts keine offiziellen Zahlen dazu, wie viele Schulen in Deutschland seitdem ähnliche Programme eingeführt haben.

Unklare Langzeitwirkung – Experten fordern mehr Engagement Das Thüringer Projekt erreichte zwar Tausende Jugendliche, doch seine langfristige Wirkung bleibt ungewiss. Ohne flächendeckende Umsetzung fehlt vielen jungen Menschen weiterhin der Schutz vor digitaler sexualisierter Gewalt. Fachleute fordern weiterhin stärkere Unterstützungsstrukturen an Schulen sowie mehr Sensibilisierung bei Eltern und Lehrkräften.

Quelle