Thüga-Chef warnt vor Risiken der Kraftwerksreserve für Strompreise und Klima
Jonas SeifertThüga-Chef warnt vor Risiken der Kraftwerksreserve für Strompreise und Klima
Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Energiegruppe Thüga, hat die Pläne der Bundesregierung scharf kritisiert, die Strompreise durch den Einsatz der Kraftwerksreserve stabilisieren zu wollen. Er warnt, dass diese Strategie die Kosten in die Höhe treiben, die Emissionen erhöhen und den Energiemarkt langfristig aus dem Gleichgewicht bringen könnte.
Die Regierung beabsichtigt, durch die Nutzung der Reserve die Strompreise zu dämpfen. Doch Alsheimer betont, dass dieser Ansatz zu Unsicherheiten auf dem Markt führen und den Wettbewerb verzerrt würde. Zudem rechnet er damit, dass die Preise auf Dauer um bis zu neun Prozent steigen könnten.
Laut dem Thüga-Chef würde die Aktivierung der Reserve zusätzlich rund zwei Millionen Tonnen CO₂-Emissionen verursachen. Er befürchtet, dass der Schritt Investitionen in neue Gaskraftwerke bremst, die klare rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen benötigen. Ohne diese Planungssicherheit gestalte sich der Kapazitätsausbau deutlich schwieriger.
Alsheimer argumentiert weiter, dass das Vorhaben innovative Geschäftsmodelle im Bereich der Energiespeicherung gefährde, da diese auf Preisschwankungen angewiesen seien. Gleichzeitig fordert er mehr Flexibilität auf kommunaler Ebene – starre Vorgaben könnten die Umsetzung zusätzlich erschweren.
Die Warnungen des Vorstandsvorsitzenden verdeutlichen die Risiken für Strompreise und Klimaziele gleichermaßen. Sollte die Regierung den Kurs beibehalten, könnte die Maßnahme Investitionen in die Energieversorgung, die Wettbewerbsneutralität und die langfristigen Klimaschutzziele beeinträchtigen. Thügas Position spiegelt damit die grundsätzliche Herausforderung wider, in Deutschlands Energiesektor Stabilität mit nachhaltigem Wachstum in Einklang zu bringen.






