16 April 2026, 12:13

Solarstrom von der Straße: Wie Deutschland Photovoltaik in den Verkehr integriert

Straße mit Verkehrskegeln, die zu einem Gebäude mit Solarpanelen auf dem Dach führen, umgeben von Bäumen und Pflanzen unter einem klaren blauen Himmel.

Solarstrom von der Straße: Wie Deutschland Photovoltaik in den Verkehr integriert

Deutschland erkundet neue Wege zur Solarstromerzeugung durch Photovoltaik an Straßen und Verkehrswegen

Forschende des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) haben berechnet, dass entlang von Straßen und Transportrouten bis zu 300 Gigawatt Photovoltaik (PV) installiert werden könnten – das entspricht dem Dreifachen der aktuellen Solarstromkapazität des Landes. Dieser Ansatz verspricht nicht nur Kosteneinsparungen und schnellere Genehmigungsverfahren, sondern bringt auch zusätzliche Vorteile für Verkehrsteilnehmer mit sich.

Eine aktuelle Studie des Fraunhofer ISE unterstreicht das Potenzial von verkehrsintegrierter Photovoltaik. Besonders vielversprechend sind dabei Straßenränder, auf denen sich Anlagen mit einer Leistung von 24 bis 48 Gigawatt errichten ließen – genug, um 16 Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen. Seit Anfang 2023 profitieren PV-Projekte an Autobahnen von beschleunigten Planungsverfahren, was die Umsetzung deutlich vorantreibt.

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Erste praktische Tests laufen bereits. In Freising liefert eine 210-Kilowatt-Pilotanlage nicht nur Strom, sondern spendet auch Schatten. Gleichzeitig errichteten das Fraunhofer ISE und der Energieversorger Badenova in der Nähe ihres Freiburger Hauptsitzes einen 300 Meter langen, mit PV-Modulen überdachten Radweg.

Die Untersuchungen zeigen zudem, dass die Installation von Solarmodulen neben Straßen – etwa auf Lärmschutzwänden – deutlich günstiger ist als aufwendige Überdachungen. In langsamer befahrenen Bereichen sinken die Kosten weiter, da weniger Stahl und Beton benötigt werden. Auch an Autobahnen könnten PV-Strukturen in der Nähe von Tunneleingängen sinnvoll sein: Sie erleichtern den Übergang von Tageslicht zu Dunkelheit und versorgen die Tunnelbeleuchtung mit Strom.

Die Ergebnisse deuten auf eine skalierbare Lösung hin, um die Solarenergie auszubauen, ohne zusätzliche Flächen zu verbrauchen. Durch die Integration von PV-Systemen in die Verkehrsinfrastruktur könnte Deutschland seine CO₂-Emissionen senken und gleichzeitig die Verkehrssicherheit sowie die Effizienz erhöhen. Der nächste Schritt hängt nun von einer breiteren Umsetzung und der weiteren politischen Unterstützung ab.

Quelle