Rentenreform: Kommission schlägt kapitalgedeckte Säule und höhere Altersgrenze vor
Anto LehmannRentenreform: Kommission schlägt kapitalgedeckte Säule und höhere Altersgrenze vor
Eine Regierungskommission hat weitreichende Reformen für das deutsche Rentensystem vorgeschlagen. Zu den Empfehlungen gehören eine neue kapitalgedeckte Säule sowie eine einheitliche beitragsbezogene Rente, die alle Berufsgruppen umfasst. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat zu einer breiten Debatte über die Reformvorschläge aufgerufen.
Die Rentenkommission skizzierte mehrere zentrale Maßnahmen. So schlägt sie vor, ein kapitalgedecktes Element in die gesetzliche Rentenversicherung einzuführen. Zudem soll eine einheitliche erwerbsbezogene Rente geschaffen werden, die Arbeitnehmer, Selbstständige, Beamte, Abgeordnete und Führungskräfte in der Wirtschaft erfasst.
Die Kommission regte an, die Regelung abzuschaffen, die es Beschäftigten mit 45 Beitragsjahren ermöglicht, ohne Abzüge vorzeitig in Rente zu gehen. Zudem wird vorgeschlagen, das gesetzliche Renteneintrittsalter schrittweise über 67 Jahre hinaus anzuheben und es an die Lebenserwartung zu koppeln. Frühverrentungsoptionen sollen eingeschränkt werden. Beamte bleiben zwar von Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung befreit, ihr Renteneintrittsalter soll jedoch an das der gesetzlichen Regelung angeglichen werden.
Woidke betonte, wie wichtig es sei, Beamte in die Rentendebatte einzubeziehen. Zudem wies er darauf hin, dass die Auswirkungen der Vorschläge auf Rentner in Ostdeutschland geprüft werden müssten. Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, alle Empfehlungen der Kommission zügig umzusetzen.
Die Reformen würden einen grundlegenden Wandel in der Struktur und Finanzierung der Altersvorsorge bedeuten. Selbstständige und Politiker müssten künftig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Ziel der Änderungen ist es, ein einheitlicheres und nachhaltigeres System zu schaffen.






