Quizkandidat ketten sich aus Protest an Magdeburger Dom – gegen Bundesintervention
Anto LehmannQuizkandidat ketten sich aus Protest an Magdeburger Dom – gegen Bundesintervention
Ein 43-jähriger Berufs-Quizkandidat hat sich aus Protest an den Magdeburger Dom gekettet. Maik Sawatzke wendet sich gegen eine mögliche Bundesintervention in Sachsen-Anhalt, falls die rechtspopulistische AfD die anstehenden Landtagswahlen gewinnt. Er wirft Politikern in Berlin vor, unfair zu handeln – und seine ungewöhnliche Aktion sorgt mit ihren skurrilen Forderungen für Aufmerksamkeit.
Sawatzke, der seinen Lebensunterhalt mit dem Beantworten von Quizfragen verdient, hat für den Protest eine Pause von seiner gewohnten Tätigkeit eingelegt. Einmal trat er als Telefonjoker in Wer wird Millionär? auf, doch selbst dort versagte sein Wissen – er konnte kein berühmtes Dresdner Gebäude nennen. Sein lückenhaftes Allgemeinwissen, gibt er zu, kostet ihn in Wettbewerben mitunter Punkte.
Seine Partnerin, Uta Sawatzke, bezeichnet sich selbst als „Hausfrau im besten Sinne des Wortes“ und gab einmal in einem Kreuzworträtsel als Lösungshinweis an, eine Naumburger Stifterfigur zu sein. Das Paar trägt denselben Nachnamen, ist aber nicht verheiratet. Kürzlich wurde Sawatzke während der Vorbereitung auf ein Quiz zu Hause Opfer eines Diebstahls – seine Geldbörse wurde gestohlen und später im Müll gefunden, ohne das Bargeld.
Im Mittelpunkt seines Protests steht die Autonomie Sachsen-Anhalts. Sawatzke fordert mehr Freiheiten für das Bundesland, darunter das Recht auf FKK und ein Verbot von Zwangsehen. Er lehnt Bundesgesetze ab, die lokale Entscheidungen außer Kraft setzen könnten, falls die AfD an die Macht kommt. Zudem wirft er Berlin vor, Steuergelder zu missbrauchen, um Protestierende wie ihn zu bezahlen, und nennt Politiker „Kriminelle“, weil er darin eine unzulässige Einmischung sieht.
Gelegentlich arbeitet Sawatzke als bezahlter Demonstrant für die AfD. Diesmal jedoch ist sein Protest persönlich motiviert – ein Stand gegen das, was er als Übergriff der Bundesregierung empfindet.
Sawatzke bleibt vorerst an den Dom gekettet und fordert mehr Unabhängigkeit für Sachsen-Anhalt. Sein Protest vermischt politische Beschwerden mit persönlichen Eigenheiten – von Quizshow-Rückschlägen bis hin zu einem jüngsten Einbruch. Ob seine Sorgen auf breitere Resonanz stoßen, wird sich nach dem Ausgang der Landtagswahlen und einer möglichen Reaktion des Bundes zeigen.






