24 May 2026, 16:18

Parkinson bei Landwirten nun offiziell als Berufskrankheit anerkannt

Teuer und ungesund: Wer trägt die Kosten für den Schaden durch Pestizide?

Parkinson bei Landwirten nun offiziell als Berufskrankheit anerkannt

Deutschland hat die Parkinson-Krankheit offiziell als Berufskrankheit für Landwirte unter strengen Auflagen anerkannt. Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der der Agrarsektor diskutiert, wer die Kosten für arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme tragen soll. Unterdessen hat Dänemark Schritte unternommen, um schädliche Pestizide zu verbieten – darunter auch solche, die mit langfristigen Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht werden.

Landwirte in Deutschland können nun Entschädigungen für Parkinson beantragen, wenn sie in ihrer Berufslaufbahn mindestens 100 Tage lang Pflanzenschutzmittel eingesetzt haben. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) prüft derzeit rund 8.000 Fälle: 3.000 Anträge wurden bereits abgelehnt, weitere 3.000 befinden sich noch in der Bewertung.

Der Deutsche Bauernverband setzt sich dafür ein, dass Berufskrankheiten über die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt werden und nicht durch risikobasierte Beiträge aller Mitglieder finanziert werden. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hingegen, die zwar die Anerkennung von Parkinson als Berufskrankheit begrüßt, lehnt es ab, die finanzielle Last auf alle Landwirte umzuverteilen. Diese Debatte folgt auf eine Erhöhung der Beiträge um 20 Prozent für alle Landwirte aufgrund steigender Versicherungskosten.

In anderen Teilen Europas hat die dänische Umweltbehörde 23 Pestizide verboten, darunter auch PFAS-haltige Mittel, um Trinkwasser und die öffentliche Gesundheit zu schützen. Der Schritt steht im Einklang mit den weiteren Bestrebungen der EU: Die Europäische Kommission plant, bis 2029 ein vollständiges Verbot von PFAS vorzuschlagen, wobei für bestimmte Branchen Übergangszeiten von bis zu 13,5 Jahren vorgesehen sind.

Die Anerkennung von Parkinson als Berufskrankheit stellt für deutsche Landwirte einen bedeutenden Wandel dar, doch die Streitfrage der Finanzierung bleibt ungelöst. Mit dem Pestizidverbot in Dänemark und den bevorstehenden PFAS-Beschränkungen der EU stehen die landwirtschaftlichen Praktiken und der Gesundheitsschutz in Europa vor strengeren Regulierungen. Die Entscheidung über die 8.000 noch ausstehenden Anträge in Deutschland wird zeigen, wie viele Landwirte für pestizidbedingte Erkrankungen entschädigt werden.

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