Neues Solargipfel-Gesetz gefährdet Einnahmen von Photovoltaik-Betreibern in Deutschland
Bert BiggenNeues Solargipfel-Gesetz gefährdet Einnahmen von Photovoltaik-Betreibern in Deutschland
Deutschlands neues Solargipfel-Gesetz verändert die Förderung von Solarstrom – und belastet viele Betreiber
Das neue Solargipfel-Gesetz hat die Vergütung von Solarstrom in Deutschland grundlegend reformiert: Künftig entfallen die Einspeisevergütungen, sobald die Großhandelspreise für Strom ins Negative rutschen. Die Änderung soll die Netze entlasten, doch für viele Besitzer von Photovoltaikanlagen bedeutet sie finanzielle Unsicherheit. Branchenverbände und Energieexperten fordern nun klarere Regeln und intelligentere Lösungen, um die Folgen abzufedern.
Nach dem aktualisierten Gesetz erhalten Photovoltaikanlagen in Deutschland während Phasen negativer Börsenstrompreise keine staatlichen Zuschüsse mehr. 2023 dauerten solche Negativpreis-Phasen rund 460 Stunden an – für betroffene Haushalte sanken die Einspeiseeinnahmen dadurch um bis zu 25 Prozent. Prognosen für 2025 deuten auf eine Verschärfung hin: Allein im ersten Halbjahr wurden bereits fast 390 Stunden mit negativen Preisen registriert – bis Dezember könnten es 780 Stunden werden.
Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) kritisiert die mangelnde Transparenz bei der Frage, wann und wie Anlagen nach den neuen Vorschriften gedrosselt werden. Ohne intelligente Steuerung oder alternative Strategien könnten Haushalte mit Solaranlagen über 40 Prozent ihrer jährlichen Einspeiseerlöse verlieren.
Der Energieanbieter Sonnen schlägt praktikable Lösungsansätze vor: Überschüssiger Solarstrom könnte während Negativpreis-Phasen gespeichert und später genutzt, für das Laden von Elektrofahrzeugen eingesetzt oder über den Intraday-Strommarkt verkauft werden. Eine Schlüsselrolle spielen dabei intelligente Zähler, die es ermöglichen, Überschussenergie flexibel zu steuern – etwa in virtuellen Kraftwerken oder in Echtzeit nach Marktsignalen. Die Bundesregierung hat zudem bestätigt, dass ausgefallene Vergütungszeiten aufgrund negativer Preise an das Ende der regulären 20-jährigen EEG-Förderlaufzeit angehängt werden – allerdings nur, wenn intelligente Zähler installiert sind.
Das Solargipfel-Gesetz birgt für Anlagenbetreiber sowohl Risiken als auch Chancen. Wer über intelligente Zähler und Speicherlösungen verfügt, kann durch verschobenen Verbrauch oder den Handel auf flexiblen Märkten gegensteuern. Für alle anderen könnten die finanziellen Einbußen erheblich ausfallen – es sei denn, es gibt Nachbesserungen bei der Umsetzung der Regelungen. In den kommenden Monaten dürfte die Nachfrage nach intelligenten Steuerungssystemen steigen, während von den Behörden klarere Vorgaben erwartet werden.






