19 April 2026, 10:12

Neues Mobilitätsdatengesetz soll Reiseplanung in Deutschland revolutionieren

Balkendiagramm mit der Überschrift "Internet-Penetration bis 2030", das prozentuale Werte für vier Länder zeigt, jeweils durch unterschiedlich farbige Segmente von 0 bis 100% dargestellt.

Neues Mobilitätsdatengesetz soll Reiseplanung in Deutschland revolutionieren

Bundeskabinett beschließt Mobilitätsdatengesetz für besseren Zugang zu Verkehrsinformationen

Die deutsche Bundesregierung hat ein neues Mobilitätsdatengesetz verabschiedet, das den Zugang zu Verkehrsinformationen verbessern soll. Das am 3. Oktober 2024 beschlossene Gesetz tritt am 1. Januar 2026 in Kraft und soll die Reiseplanung erleichtern, indem es standardisierte digitale Daten für verschiedene Verkehrsmittel bereitstellt.

Das Gesetz sieht zudem neue Aufsichtsstrukturen vor, darunter eine Durchsetzungsbehörde und eine Koordinierungsstelle. Allerdings gibt es aus der Wirtschaft Bedenken hinsichtlich der Open-Data-Vorgaben.

Standardisierte Echtzeitdaten für nahtlose Mobilität Im Mittelpunkt des Mobilitätsdatengesetzes stehen hochwertige statische und dynamische Mobilitätsdaten, etwa aktuelle Informationen zu Routen, Fahrplänen und Verfügbarkeiten von Zügen, Bussen und geteilten Fahrzeugen. Ziel ist ein durchgängiges System für intermodale Reisen, das Passagieren eine effizientere Planung ermöglicht.

Eine unabhängige Durchsetzungsbehörde unter dem Dach der Bundesanstalt für Logistik und Mobilität (BALM) wird die Einhaltung der Vorschriften überwachen. Eine Koordinierungsstelle beim Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) steuert hingegen die Datenstandards und -verteilung. Ungeklärt bleibt jedoch die Datenhoheit über Fahrzeugdaten – hier gelten weiterhin die bestehenden Regelungen.

Kritik und Forderungen aus der Wirtschaft Der Verband der Automobilindustrie (VDA) schlägt vor, zu prüfen, ob bestimmte Datentypen erst nach einer Nutzerregistrierung zugänglich sein sollten, um Datenschutz und Offenheit in Einklang zu bringen. Der Bundesverband CarSharing (BCS) hingegen kritisiert die Open-Data-Pflicht als unnötige Belastung für Anbieter.

Am 6. November stellt Stefan Bratzel auf dem Mobility Circle in München den Mobilitätsdienstleistungsbericht vor. Erwartet werden Diskussionen über die Auswirkungen des Gesetzes auf neue Geschäftsmodelle, da der freie Datenzugang Innovationen im Verkehrssektor vorantreiben dürfte.

Inkrafttreten 2026 – Chancen und offene Fragen Das Mobilitätsdatengesetz tritt Anfang 2026 in Kraft und führt standardisierte Datenzugänge für die Verkehrsplanung ein. Zwar werden neue Regulierungsstellen geschaffen, doch Fragen wie die Datenhoheit bleiben ungeklärt. Wie sich das Gesetz auf Geschäftsmodelle und Dienstleistungsentwicklungen auswirkt, wird sich mit der Umsetzung zeigen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle