Neuer Kaugummi-Test soll Wiesn-Grippe nach dem Oktoberfest stoppen
Nach dem Münchner Oktoberfest steigen jedes Jahr die Fälle der sogenannten "Wiesn-Grippe" an. Nun entwickeln Wissenschaftler einen Schnelltest, der helfen könnte, die Ausbreitung einzudämmen. Die neue Methode basiert auf einem einfachen Kaugummi oder einer Lutschtablette, die Grippeviren innerhalb weniger Minuten nachweist.
Der Test funktioniert mit einem molekularen Sensor, der in den Kaugummi oder die Pastille eingebettet ist. Kommt er in Speichel mit Grippeviren in Kontakt, löst er einen deutlichen Geschmack aus – ein Signal für eine Infektion. Im Gegensatz zu herkömmlichen Tests sind dafür weder Laborausrüstung noch medizinisches Personal nötig.
Da sich Grippeviren bereits verbreiten, bevor Symptome auftreten, gestaltet sich die frühe Erkennung oft schwierig. Der neue Kaugummi-Test soll dieses Problem lösen, indem er schnelle Ergebnisse vor Ort liefert. Die Forscher hoffen, damit Ausbrüche bei Großveranstaltungen wie dem Oktoberfest eindämmen zu können.
Hinter dem Projekt steht das Bundesministerium für Bildung, Forschung und Technologie. Bis der Test jedoch für den Massengebrauch bereit ist, wird die Entwicklung voraussichtlich etwa vier Jahre dauern. Ziel ist es, Großveranstaltungen sicherer zu machen, indem Infektionen erkannt werden, bevor sie sich ausbreiten.
Falls erfolgreich, könnte der Kaugummi-Test zu einem einfachen Werkzeug zur Grippediagnose werden. Er würde es Menschen ermöglichen, sich überall auf eine Infektion zu testen – ohne Klinikbesuch. Langfristig ließe sich so vielleicht auch der jährliche Anstieg der "Wiesn-Grippe"-Fälle nach dem Oktoberfest verringern.






