Mainzer Fastnacht: Wie ein Fest zur Lebensart wurde und seine Geheimnisse preisgibt
Bert BiggenMainzer Fastnacht: Wie ein Fest zur Lebensart wurde und seine Geheimnisse preisgibt
Mainzer Fastnacht – eine der kostbarsten Traditionen der Stadt – startet am 11. November inoffiziell, bevor sie am 1. Januar offiziell beginnt. Das Fest hat die lokale Kultur nachhaltig geprägt, mit Wurzeln, die mehr als zwei Jahrhunderte zurückreichen. In diesem Jahr bietet eine besondere Führung am Tag nach dem inoffiziellen Auftakt Einblicke in seine bewegte Geschichte.
Die heutige Form der Mainzer Fastnacht entwickelte sich Anfang des 19. Jahrhunderts unter französischem Einfluss. Bereits 1837 entstand mit dem Krähwinkler Landsturm-Umzug eine frühe Variante der heutigen Rosenmontagszüge. Eine weitere zentrale Tradition, die Büttenrede – eine satirische Mischung aus Politik und Humor –, hat vermutlich in Mainz ihren Ursprung und ist bis heute fester Bestandteil der Feierlichkeiten.
Am 12. November führt die Tour „Mainzer Fastnacht seit 1814“ durch diese historischen Anfänge. Geleitet wird der Rundgang von Franz Winkler, Major der Mainzer Kleppergarde, einer der traditionsreichen Karnevalsgarden der Stadt. Die Teilnehmer erfahren, wie sich das Fest von maskierten Bällen bis zu den turbulenten Fastnachtssitzungen gewandelt hat.
Doch die Fastnacht lebt nicht nur in der fünften Jahreszeit. Hunderte Vereine und Garden pflegen das Erbe das ganze Jahr über, veranstalten Events und bewahren den spielerischen Geist der Stadt. Die Führung am 12. November lädt dazu ein, die Geschichten hinter den bekanntesten Bräuchen zu entdecken. Mit Umzügen, Reden und verkleidetem Treiben prägt die Fastnacht bis heute die Identität Mainzer – und ist für viele weit mehr als ein Fest: ein Lebensgefühl.






