09 June 2026, 22:16

Krankenhäuser warnen: Deutschlands Gesundheitssystem ist nicht krisenfest genug

Starke Partner im Frieden, Krisen und Krieg - Der Sanitätsdienst der Bundeswehr und das zivile Gesundheitssystem

Krankenhäuser warnen: Deutschlands Gesundheitssystem ist nicht krisenfest genug

Der 142. Chirurgie-Kongress fand diese Woche in München statt – mit einem klaren Fokus auf die Vorbereitung des deutschen Gesundheitssystems auf Notfälle. Militärische und zivile Führungskräfte kamen zusammen, um zu erörtern, wie Krankenhäuser im Kriegsfall oder bei einer schweren Krise handlungsfähig bleiben könnten. Die Veranstaltung unterstrich die dringende Notwendigkeit einer besseren Abstimmung zwischen Bundeswehr und zivilen Kliniken.

Generalstabsarzt Professor Dr. Johannes Backus betonte, dass zivile Krankenhäuser im Großschadensfall den Großteil der medizinischen Versorgung tragen müssten. Er bezeichnete sie als „Rückgrat der Patientenversorgung“ in solchen Szenarien. Gleichzeitig warnte er, dass das aktuelle System nicht über ausreichende Reserven verfüge, um Massenanfälle von Verletzten oder Erkrankten effektiv zu bewältigen.

Professor Dr. Dietmar Pennig teilte diese Bedenken und verwies auf Engpässe bei Fachärzten, Pflegekräften und lebenswichtigen medizinischen Materialien. Ohne zusätzliche Kapazitäten drohe das Gesundheitssystem unter Druck die Qualität der Versorgung nicht aufrechterhalten zu können. Beide Experten waren sich einig: Ein rein auf wirtschaftliche Effizienz ausgerichtetes System sei in Krisenzeiten nicht belastbar.

Der Kongress forderte eine engere Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Medizinteams. Gemeinsame Strategien müssten entwickelt und in realistischen Übungen erprobt werden, um die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Die Teilnehmer betonten zudem die Notwendigkeit von Pufferkapazitäten, um die medizinische Versorgung auch in Extremsituationen aufrechtzuerhalten.

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Die Diskussionen in München machten deutlich: Deutschlands Gesundheitssystem braucht tiefgreifende Reformen, um auf mögliche Krisen vorbereitet zu sein. Krankenhäuser müssen Reserven aufbauen und enger mit der Bundeswehr kooperieren. Ohne diese Schritte droht das System in einem nationalen oder Bündnisverteidigungsfall überlastet zu werden.

Quelle