Hanf-Textilien aus Regensburg: Wie MAC JEANS die Modeindustrie revolutioniert
Jonas SeifertHanf-Textilien aus Regensburg: Wie MAC JEANS die Modeindustrie revolutioniert
Ein neues Projekt in der Region Regensburg soll die lokale Landwirtschaft und Textilproduktion revolutionieren. MAC JEANS, ein führender europäischer Hosenhersteller, hat die Initiative "The European Hemp Connection" gestartet, um eine nachhaltige Lieferkette für Hanftextilien aufzubauen. Das Vorhaben zielt darauf ab, die Abhängigkeit von globalen Rohstoffen zu verringern und gleichzeitig regionale Landwirtschaft sowie industrielle Vernetzung zu stärken.
Im Mittelpunkt des Projekts steht Hanf als leistungsfähige und umweltfreundliche Alternative zu Baumwolle. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kulturen gedeiht Hanf ohne künstliche Bewässerung oder Pestizide und ist in ganz Mitteleuropa anbaubar. Durch den Aufbau lokaler Strukturen für Anbau, Faserverarbeitung und Textilherstellung soll die Initiative bestehende Lücken in der Wertschöpfungskette schließen.
Aktuell fehlen für den industriellen Hanfanbau in Bayern präzise Daten – offizielle Zahlen liegen nicht vor. Zwar müssen Betreiber bis Juli 2026 Meldungen an das Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) abgeben, doch bleibt unklar, welche Regionen neben Regensburg und Sachsen bereits aktiv sind. Das Projekt will genau diese fehlenden Glieder – etwa Technologien zur Faserverarbeitung, Spinnereien und Webereien – ergänzen, um ein vollständig regionales Liefernetz zu schaffen.
Das in Wald bei Rossbach ansässige Unternehmen MAC JEANS hat sich bereits mit Nachhaltigkeitsengagement einen Namen gemacht: Für seine Brennnessel-Jeans erhielt es den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Produkte 2026. Nun will das Unternehmen diesen Ansatz ausbauen, indem es Hanf in die Produktion integriert – und so den ökologischen Fußabdruck deutlich reduziert.
Die Bio-Modellregion Stadt.Land.Regensburg unterstützt die Initiative als Teil umfassender Bemühungen, die nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Durch die Vernetzung von Landwirten, Verarbeitern und Herstellern sollen neue Einnahmequellen für lokale Betriebe entstehen und die Abhängigkeit von Importen sinken.
"The European Hemp Connection" könnte die Textilproduktion in Bayern grundlegend verändern, indem sie eine autarke, umweltschonende Lieferkette schafft. Bei Erfolg würde das Projekt Landwirten stabile Einkommensquellen bieten und die Umweltbelastung der Modeindustrie verringern. Erste Ergebnisse werden erwartet, sobald regionale Anbau- und Verarbeitungsstrukturen für Hanf etabliert sind.






