21 March 2026, 20:13

Grimme-Preis: Zwei Preisträger geben Auszeichnungen aus Protest zurück

Plakat mit einem orangen Hintergrund, der ein weißes Kreislogo mit einem schwarzen 'b' und den Text 'b grimm seit 1878' in fetter schwarzer Schrift enthält.

Kritik am Grimme-Preis: 'Unzivilisierte' Autoren geben Preis zurück - Grimme-Preis: Zwei Preisträger geben Auszeichnungen aus Protest zurück

Zwei Preisträger des renommierten Grimme-Preises haben ihre Auszeichnungen aus Protest zurückgegeben. Bilal Bahadır und Çağdaş Yüksel, die Macher der Serie Uncivilized, kritisierten das Grimme-Institut für seinen Umgang mit einer jüngeren Kontroverse. Ihre Entscheidung folgt auf die Aberkennung des Preises von Judith Scheytt Anfang dieses Jahres.

Der Streit begann, als das Grimme-Institut Judith Scheytt den Adolf-Grimme-Preis 2024 entzog. Die Verantwortlichen verwiesen auf ihre umstrittenen Äußerungen zu Migration und Islamismus und warfen ihr vor, mit ihrer Arbeit antisemitische Narrative zu verbreiten. Scheytt wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete die Analyse des Instituts als unwissenschaftlich.

Später wurde Scheytt in Israel festgenommen, als sie an der Abfangaktion einer Gaza-Hilfsflotille teilnahm. Der Vorfall verstärkte die öffentliche Kritik an der Entscheidung des Instituts.

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Bahadır und Yüksels Protest richtete sich gegen die Reaktion des Grimme-Instituts – oder vielmehr deren Ausbleiben – im Fall Scheytt. Sie warfen der Organisation und ihrer Direktorin, Çiğdem Uzunoğlu, vor, geschwiegen zu haben, während externer Druck die Jury beeinflusste. Uzunoğlu verteidigte die Unabhängigkeit des Instituts und bestritt, dass es zu unzulässigen Einflüssen gekommen sei.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Grimme-Preis wegen angeblicher politischer Voreingenommenheit in der Kritik steht. 2019 verlor der Autor Nicolas Mahler seinen Preis wegen einer als "anti-woke" kritisierten Karikatur, während dem Journalisten Paul Ronzheimer 2022 die Auszeichnung aberkannt wurde, nachdem es Debatten über seine Berichterstattung zu rechtsextremen Themen gegeben hatte. Beide Fälle lösten Vorwürfe wegen inkonsistenter Maßstäbe und ideologischer Zensur aus.

Das Grimme-Institut sieht sich nun erneut mit Fragen zu seiner Neutralität konfrontiert. Der Protest von Bahadır und Yüksel unterstreicht die anhaltenden Bedenken hinsichtlich politischer Einflüsse auf Kulturpreise. Die Kontroverse hat die öffentliche Meinung über die Rolle des Instituts in Medien und Journalismus weiter gespalten.

Quelle