02 April 2026, 22:12

Gehwegparken in Bayern: Warum Städte Gesetze ignorieren und Fußgänger leiden

Schwarz-weiß-Foto einer belebten Münchner Straße in den frühen 1900er Jahren, das Fußgänger mit Schirmen, einen Pferdewagen im Vordergrund, Gebäude, Bäume und einen sichtbaren Himmel zeigt, mit Text am unteren Rand.

Parken auf Gehwegen oft geduldet in Bayern - Gehwegparken in Bayern: Warum Städte Gesetze ignorieren und Fußgänger leiden

Gewegparken bleibt in Bayern ein umstrittenes Thema – während die meisten Großstädte der Region die Praxis unter strengen Auflagen erlauben, haben nur zwei der acht größten urbanen Zentren ein vollständiges Verbot durchgesetzt. Umweltverbände kritisieren nun die lokalen Behörden, weil sie bestehende Gesetze nicht konsequent umsetzen.

Eine Analyse der Umweltaktion Deutschland (DUH) ergab, dass lediglich Regensburg und Würzburg das Parken auf Gehwegen komplett untersagen. Die übrigen sechs Städte – München, Nürnberg, Ingolstadt, Augsburg, Fürth und Erlangen – gestatten es, sofern eine Mindestdurchgangsbreite für Fußgänger eingehalten wird.

In Nürnberg, Ingolstadt und Augsburg müssen mindestens 1,5 Meter Platz für Passanten frei bleiben. Erlangen setzt die Grenze mit 1,8 Metern etwas höher an, während Fürth in einigen Bereichen bereits ab 1,3 Metern Parken erlaubt. München, das zwar strengere Kontrollen plant, duldet die Praxis trotz offizieller Verbote derzeit noch.

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DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch nannte die weitverbreitete Duldung illegalen Gehwegparkens "skandalös". Er argumentiert, dass dieses Verhalten nicht nur gegen Verkehrsregeln verstoße, sondern auch Fußgänger – insbesondere Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen – gefährde. Die Organisation fordert, dass Gehwege mindestens 2,5 Meter breit sein müssen, um eine sichere Passage für alle zu gewährleisten.

Trotz der Vorschriften parken in Bayern weiterhin viele Autofahrer auf Bürgersteigen und blockieren diese oft vollständig. Kritiker werfen den Kommunen vor, selbst in Städten mit Verbot kaum gegen die Missstände vorzugehen.

Die Diskussion zeigt die Kluft zwischen politischen Vorgaben und deren Umsetzung in bayrischen Städten. Während einige die Regeln verschärft haben, verlassen sich andere weiterhin auf Mindestabstände, die Aktivisten als unzureichend bewerten. Die DUH-Ergebnisse deuten darauf hin, dass ohne konsequentere Kontrollen das illegale Parken weitergeht – und Fußgänger damit schutzlos bleiben.

Quelle