Florentina Holzingers radikales Pfingst-Spektakel sprengt alle Theatergrenzen
Jonas SeifertFlorentina Holzingers radikales Pfingst-Spektakel sprengt alle Theatergrenzen
Florentina Holzingers kühnes Pfingst-Spektakel feiert Premiere im Wiener Eislaufverein
Am Wochenende präsentierte die Avantgarde-Künstlerin Florentina Holzinger im Wiener Eislaufverein eine radikale Neuinterpretation des Pfingstmotivs. Die Aufführung verband extreme Körperlichkeit mit hochmoderner Technik und setzte damit ein provokantes Statement zu Frauenrollen in Kunst und Gesellschaft. Holzingers Inszenierung brach bewusst mit traditionellen Theaterformen und markiert einen frischen Impuls für das actionistische Theater.
Der Abend begann mit einer Performerin, die in Zeitlupe die Fassade des Hotels Intercontinental nackt hinabstieg. Im Inneren des Veranstaltungsorts inszenierte Holzinger mit ihrem Team ein opulentes Chaos aus Materialien – Autos, ein Motorrad und sogar ein Fallschirmsprung bildeten eine scheinbar unkontrollierte, doch präzise choreografierte Show. Der erste Akt endete mit der Künstlerin und ihren „Jüngerinnen“, die schwebend über dem Publikum in der Luft hingen.
Vor dem zweiten Teil wurden die Zuschauer nach Schloss Prinzendorf gebracht, dem historischen Sitz von Hermann Nitschs Orgien-Mysterien-Theater. Dort präsentierten Elisabeth Holzinger und ein rein weibliches Ensemble im Schlosshof eine radikale Version des Letzten Abendmahls. Einige Performerkörper trugen Haken unter der Haut – eine Anspielung auf Nitschs provokative Rituale. Holzinger ehrte sein Erbe zudem mit einer Kreuzigungsszene, bei der eine Frau von Drohnen mit roter Farbe besprüht wurde.
Der Höhepunkt der Vorstellung war ein Monstertruck, der einen Panzer zermalmte – eine dramatische Geste als Symbol für den Aufruf zum Frieden. Die gesamte Performance verband rohe Intensität mit technischer Präzision und sprengte damit sowohl formale als auch inhaltliche Grenzen.
Holzingers Pfingststück fordert das Publikum heraus, indem es körperliche Extreme mit modernster Technik verschmilzt. Der Einsatz von Drohnen, Fahrzeugen und lebensechten Kreuzigungsszenen unterstrich die mutigen Themen der Inszenierung. Mit dieser Premiere hat sie sich unmissverständlich als prägende Stimme der zeitgenössischen Performancekunst etabliert.






