Felix Banaszak will Männer mit Feminismus versöhnen – doch warum scheitern andere seit Jahren?
Anto LehmannFelix Banaszak will Männer mit Feminismus versöhnen – doch warum scheitern andere seit Jahren?
Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der Grünen, setzt sich dafür ein, dass sich Männer stärker mit Feminismus auseinandersetzen. Sein Argument: Starre Geschlechterrollen schaden sowohl Männern als auch Frauen. Seine Initiative kommt zu einer Zeit, in der sich junge Männer zunehmend der extremen Rechten zuwenden, während Frauen derselben Altersgruppe eher linksliberale Parteien bevorzugen.
Banaszaks Ansatz hat sich in letzter Zeit weiterentwickelt. Nach einem umstrittenen Playboy-Interview im Februar räumte er ein, seine Strategie überdenken zu müssen – insbesondere nach Vorwürfen wegen sexueller Belästigung gegen den Schauspieler Christian Ulmen. Jetzt setzt er sich für eine bessere Finanzierung von Männerberatungsstellen ein, wie etwa Vaterwelten in Krefeld.
Sein Engagement für die Einbindung von Männern in feministische Debatten begann mit einem mutigen Schritt: Im Februar nutzte er ein Playboy-Interview, um junge Männer mit feministischen Botschaften zu erreichen. Die Aktion löste Diskussionen aus, doch nach den Vorwürfen gegen Ulmen erkannte Banaszak die Notwendigkeit eines ausgewogeneren Vorgehens.
Sein Einsatz knüpft an ein langjähriges Problem an. Bereits vor 16 Jahren wurde ein „Männer-Manifest“ vorgeschlagen – doch das Interesse blieb gering. Heute arbeitet Banaszak mit dem Deutschen Frauenrat zusammen, um Räume zu schaffen, in denen Männer offen über Geschlechterfragen sprechen können.
Die politische Spaltung unter jungen Wählern unterstreicht die Dringlichkeit seiner Mission. Bei der letzten Bundestagswahl stimmten Männer unter 24 Jahren mehrheitlich für die rechtsextreme AfD, während Frauen desselben Alters eher linksliberale Parteien wählten. Dieser Trend wirft Fragen nach dem Einfluss extremistischer Rhetorik auf junge Männer auf. Der AfD-Politiker Maximilian Krah ging in einem Wahlvideo 2024 sogar so weit zu behaupten, „benachteiligte“ junge Männer sollten „nach rechts“ tendieren, um leichter Partnerinnen zu finden.
Banaszaks persönlicher Stil spiegelt seinen Bruch mit traditionellen Männlichkeitsbildern wider. Sein Büro hat er pink gestrichen – eine Farbe, die er offen mag. Seine Entscheidung erinnert an den Torwart Tim Wiese, der vor zwei Jahrzehnten ohne größere Kritik in Pink auflief. Beide Beispiele zeigen, wie sich die Einstellung zu Männlichkeit langsam wandelt, auch wenn Widerstände bleiben.
Innerhalb der Grünen gewinnt Banaszaks Forderung nach stärkerer männlicher Auseinandersetzung mit Feminismus an Unterstützung. Er fordert mehr Mittel für Organisationen, die sich mit den spezifischen Anliegen von Männern befassen. Ziel ist es, Räume zu schaffen, in denen Männer ohne Vorurteile über Geschlechterthemen diskutieren können.
Die Kluft zwischen den politischen Präferenzen junger Männer und Frauen verdeutlicht die Herausforderung. Während rechtsextreme Parteien zunehmend männliche Wähler anziehen, setzt Banaszak auf inklusiven Dialog, um extremistischen Narrativen entgegenzuwirken. Seine Arbeit könnte langfristig prägen, wie Männer ihre Rolle in der Gleichberechtigung sehen.






