Europas digitale Souveränität: Nextcloud und Ionos starten souveränen Arbeitsplatz 2025
Jonas SeifertEuropas digitale Souveränität: Nextcloud und Ionos starten souveränen Arbeitsplatz 2025
Neuer Schub für europäische digitale Unabhängigkeit gewinnt an Fahrt
Auf dem Nextcloud Summit in München diskutierten Branchenführer und Politiker über den Bedarf an souveränen Cloud-Lösungen, um die Abhängigkeit von US-Techgiganten zu verringern. Die mit 600 Teilnehmern gut besuchte Veranstaltung unterstrich wachsende Bedenken hinsichtlich Datenschutz und ausländischem Einfluss auf die digitale Infrastruktur.
Nextcloud und Ionos arbeiten gemeinsam an Nextcloud Workspace, einem vollständig souveränen digitalen Arbeitsplatz, der 2025 auf den Markt kommen soll. Die Plattform basiert auf Nextcloud Hub 10 und umfasst Nextcloud Talk, eine KI-gestützte Alternative zu Microsoft Teams, die lokal betrieben werden kann. Die Lösung richtet sich vor allem an Behörden und Unternehmen, die nach Alternativen zu Microsoft 365 suchen.
Frank Karlitschek, CEO von Nextcloud, warnte vor Risiken durch US-Regierungspolitik, Datenschutzregelungen und Überwachungspraktiken von Geheimdiensten. Software sei längst zu einer politischen Frage geworden, die Europas digitale Souveränität direkt beeinflusse, so Karlitschek. Seine Forderung nach politischer Unterstützung fand Rückhalt bei der Grünen-Europaabgeordneten Alexandra Geese, die die EU aufforderte, europäische Unternehmen bei öffentlichen Ausschreibungen zu bevorzugen.
Die Wettbewerbsrechtsexpertin Christina Caffarra unterstrich die Dringlichkeit und bezeichnete Europa in Sachen Technologie als "Kolonie der USA". Sie forderte strukturelle Veränderungen mit EU-Unterstützung, um die Vorherrschaft US-amerikanischer Hyperscaler zu brechen. Gleichzeitig berichtete der IT-Dienstleister Bechtle von steigendem Interesse sowohl bei öffentlichen Einrichtungen als auch in der Privatwirtschaft an souveränen Alternativen.
Die Nextcloud-Workspace-Initiative spiegelt einen größeren Trend hin zu europäisch kontrollierten Digitaltools wider. Mit wachsender politischer und wirtschaftlicher Unterstützung könnte das Projekt die Art und Weise verändern, wie Unternehmen und Behörden mit Daten umgehen. Der für 2025 geplante Start wird zeigen, ob lokale Alternativen mit den etablierten US-Plattformen mithalten können.






