Europa kämpft um digitale Souveränität – doch die USA warnen vor falschen Prioritäten
Bert BiggenEuropa kämpft um digitale Souveränität – doch die USA warnen vor falschen Prioritäten
Europa treibt seine Pläne voran, die Abhängigkeit von ausländischen Technologieanbietern – insbesondere von iCloud und Onedrive – zu verringern. Dieser Schritt ist Teil einer umfassenderen Strategie, um die digitale Souveränität des Kontinents zu stärken. Offizielle Stellen betonen, dass es dabei nicht um eine Trennung von vertrauenswürdigen Partnern gehe, sondern darum, eine zu starke Abhängigkeit von außerhalb Europas festgelegten Regeln zu vermeiden.
Gleichzeitig drängt die USA Europa dazu, sich stattdessen auf die Abkehr von chinesischer Technologie zu konzentrieren. Washington warnt, dass Peking ein größeres Sicherheitsrisiko darstelle als iCloud und Onedrive.
Die Europäische Kommission wird noch in diesem Frühjahr ein "Technologie-Souveränitäts-Paket" vorlegen. Die Initiative zielt darauf ab, europäische Eigenentwicklungen zu fördern und riskante Abhängigkeiten in kritischen Bereichen zu reduzieren. Unterdessen bereitet das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Tests für souveräne Cloud-Dienste großer Anbieter wie AWS und Google vor, um die nationale Cloud-Strategie zu prägen.
Europäische Cybersicherheitsbehörden haben klargestellt, dass technologische Souveränität nicht Isolation bedeute. Vielmehr solle vermieden werden, externen Vorschriften unterworfen zu sein. Die Bestrebungen gewinnen an Fahrt, auch vor dem Hintergrund von Zweifeln an den USA als verlässlichem Partner. Kritiker warnen jedoch, dass eine Priorisierung von Souveränität auf Kosten von Qualität die Cybersicherheit schwächen könnte.
US-Vertreter argumentieren dagegen, Europa solle sich auf die "Entwöhnung von China" konzentrieren und nicht auf iCloud und Onedrive. Sean Cairncross, der nationale Cyberdirektor der USA, behauptet, chinesische Technologie berge – anders als US-Angebote – höhere Risiken durch Überwachung und Spionage. Zwar sind sich Europa und die USA einig, dass chinesische Technologie aus kritischen Lieferketten ausgeschlossen werden muss, doch bleibt die Rolle amerikanischer Unternehmen in Europas digitaler Zukunft umstritten.
Das anstehende Paket der Europäischen Kommission wird konkrete Maßnahmen zur Verringerung der Abhängigkeit von ausländischer Technologie umreißen. Deutschlands Tests souveräner Cloud-Lösungen sollen die nationale Politik lenken. Während Europa und die USA in der Skepsis gegenüber chinesischer Technologie übereinstimmen, gehen ihre Ansätze zu iCloud und Onedrive weiterhin auseinander.
Verfügbare Dokumente konzentrieren sich vor allem auf die Digitalisierungsbemühungen Deutschlands und Österreichs, weniger auf EU-weite Gesetzgebungsmaßnahmen, sodass einige Details der übergeordneten Strategie noch unklar bleiben.
Europe Expands Digital Sovereignty Push into Deep Tech
The European Innovation Council has identified 25 emerging deep technologies to bolster strategic autonomy. Published on 30 March 2026, the EIC Tech Report highlights innovations across three domains aligned with EU resilience goals. This move signals a broadening of digital sovereignty efforts beyond cloud services into critical tech sectors.






